Raum für Kunst : Stadtkanal in Potsdam wird mit Ausstellungen geflutet

Studenten fragen: Wie sieht es aus mit den Räumen für Künstler in Potsdam? Und fluten damit den Stadtkanal.

Der Stadtkanal liegt trocken - und wird nur für den Kanalsprint gefüllt oder bei speziellen Anlässen illuminiert.
Der Stadtkanal liegt trocken - und wird nur für den Kanalsprint gefüllt oder bei speziellen Anlässen illuminiert.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Kunststudenten fragen, ob das Angebot im Rechenzentrum und in der Scholle ausreicht. Sind die Ateliers auch für jeden bezahlbar? Und diese Fragen wollen sie mit den Potsdamern und Politikern diskutieren.

Das studentische Projekt „Aufbruch – Raum in Sicht“ flutet am Samstag ab 12 Uhr dafür den Stadtkanal an der Yorckstraße mit lokalen Kunst- und Kreativschaffenden. „Wir wollen den Kanal wiederbeleben, so wie es vor sieben Jahren bereits das Festival Localize tat. Raus aus den Ateliers, rein in den Stadtraum“, sagt Mitorganisator Simon Knop-Jacobsen, Student der Fachhochschule Potsdam und Mitglied des Offenen Kunstvereins.
Der Kanal werde mit mobilen Wänden unterteilt, um das Thema „Raum“ zu visualisieren. Dort sind dann Arbeiten aus verschiedenen Sparten zu sehen. Diese „Gemäldegalerie“ kann man vom Rand des Kanals nach unten schauend betrachten, aber auch durchlaufen.

Wie das Projekt Localize es 2015 geschafft hat, Kunst direkt in die Stadt zu holen, so will „Aufbruch – Raum in Sicht“ mit Kunst den Stadtkanal fluten. 
Wie das Projekt Localize es 2015 geschafft hat, Kunst direkt in die Stadt zu holen, so will „Aufbruch – Raum in Sicht“ mit Kunst...Foto: Andreas Klaer


Die Frage „Wohin mit Potsdams Kunst?“ wird mit Akteuren aus Kultur und Politikern in zwei Podiumsdiskussionen besprochen. Die erste Gesprächsrunde beginnt um 13.30 Uhr und dreht sich um die aktuelle und künftige Situation der Kreativschaffenden in Potsdam, mit besonderem Fokus auf den Mangel an bezahlbaren Räumen für die Entstehung und Präsentation diverser Kunstformate. Teilnehmer sind unter anderem Harald Kümmel, Leiter des Oberbürgermeisterbüros, und ein Vertreter aus dem Rechenzentrum. Die zweite Runde befasst sich mit der Nutzung urbaner Räume und beginnt um 16.30 Uhr.

„Aufbruch – Raum in Sicht“ flutet am Samstag den Stadtkanal 

Aber erstmal gibt es Musik: Um 12 Uhr zur Eröffnung mit Adam Wendler, einem kanadischen Folk Pop Künstler, der derzeit in Berlin wohnt, und um 15 Uhr mit der Band „Griffelwerk“. Die Theatergruppe Tarántula vom Offenen Kunstverein zeigt um 18 Uhr ihre neue Inszenierung „Wir renovieren!“ und um 19.30 Uhr füllt sich der Kanal mit Klängen von Mia Knop Jacobsen & Igor Osypov. Zudem gibt es Impro-Theater, den „Raum für Gedanken“ von Kathrin Ollroge und Live-Painting mit Nik Sweetwood 
Aufbruch – Raum in Sicht“ ist ein Projekt von Studierenden der Studiengänge Kulturarbeit der Fachhochschule Potsdam und Europäische Medienwissenschaften der Uni Potsdam und entsteht in Kooperation mit dem Offenen Kunstverein Potsdam. Die Stadt fördert das Projekt mit 4000 Euro. Zudem lief ein Crowdfunding zum Einwerben zusätzlicher Mittel.
Die Ausstellung ist von 12 bis 23 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Weiteres unter www.aufbruch-potsdam.de.