• Premiere in der Nikolaikirche: Jüdisches Musik-Festival in Potsdam

Premiere in der Nikolaikirche : Jüdisches Musik-Festival in Potsdam

Am Donnerstag wird das Louis-Lewandowski-Festival für jüdische Chormusik mit einer Weltpremiere in der Nikolaikirche in Potsdam eröffnet.

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Zum Gedenken des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht wird in der Nikolaikirche das Oratorium “Todesfuge” uraufgeführt.
Zum Gedenken des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht wird in der Nikolaikirche das Oratorium “Todesfuge” uraufgeführt.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Das Louis-Lewandowski-Festival für jüdische Chormusik wird in diesem Jahr erstmals in Potsdam eröffnet. Zum Eröffnungskonzert mit der Welturaufführung des Oratoriums „Todesfuge“ der israelischen Komponistin Anna Segal werden am Donnerstag auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, in der evangelischen Nikolaikirche erwartet, teilte die Staatskanzlei am Dienstag mit. Woidke und Issacharoff wollen dort auch Grußworte an die Besucher richten. Das Oratorium greift das Gedicht „Todesfuge“ von Paul Celan (1920-1970) über den Holocaust und ein weiteres Werk des Lyrikers auf.

Das achte Festival synagogaler Musik ist den Angaben zufolge unter dem Leitgedanken „Stern der Hoffnung“ dem 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels und der Erinnerung an die antijüdischen NS-Pogrome vom November 1938 gewidmet. Neben dem Potsdamer Eröffnungskonzert mit dem Sinfonieorchester Czernowitz aus der Ukraine und drei Chören aus Israel stehen noch weitere Veranstaltungen in Berlin auf dem Programm. Das Abschlusskonzert findet am Sonntag in der Synagoge Rykestraße in Berlin-Prenzlauer Berg statt.

Zu einem sogenannten „Pre-Opening“-Konzert mit Oberkantor Joseph Malovany aus New York und dem Sinfonieorchester Czernowitz wird bereits am Mittwochabend in das Berliner Rote Rathaus eingeladen. Im vergangenen Jahr war die Potsdamer Nikolaikirche bereits Ort eines der beiden „Pre-Opening“-Konzerte des Festivals.

Der Komponist Louis Lewandowski (1821-1894) durfte den Angaben zufolge als erster Jude an der Berliner Akademie der Künste studieren. 1840 wurde er Chordirigent der jüdischen Gemeinde und 1865 zum Königlichen Musikdirektor ernannt. 1890 ehrte die Königliche Akademie der Künste zu Berlin ihn als Professor der Musik. Lewandowski starb am 3. Februar 1894. Sein Grab befindet sich in der Ehrenreihe auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee.

» www.louis-lewandowski-festival.de