• Premiere am Hans Otto Theater: Rita Feldmeier ist Haifa

Premiere am Hans Otto Theater : Rita Feldmeier ist Haifa

Der Premierenreigen am Hans Otto Theater geht weiter: Am Freitagabend hat „Occident Express“ Premiere - mit Rita Feldmeier in einer tragenden Rolle. Das Stück ist ein zeitgenössischer, hochaktueller Text über eine Flucht aus dem Nordirak.

Lena Schneider
Die Schauspielerin Rita Feldmeier ist seit 1976 am Hans Otto Theater.
Die Schauspielerin Rita Feldmeier ist seit 1976 am Hans Otto Theater.Foto: Promo

„In den letzten Jahren hätte ich mir mehr stückführende Rollen für ,die Feldmeier’ gewünscht“, schreibt Carsten Wist in der ersten Ausgabe des Spielzeitheftes „Zugabe“ des neuen Hans Otto Theaters. Der Wunsch des Buchhändlers ist offenbar erhört worden: Am heutigen Samstag feiert Rita Feldmeier im Großen Haus des Theaters mit „Occident Express“ Premiere. Eine abendfüllende Rolle, ein zeitgenössischer Text, ein hochaktuelles Thema: Rita Feldmeier spielt Haifa, eine alte Frau, die in der Wüste im Norden Iraks lebt, noch nie von dort weg war, es nie wollte – „zur Sesshaftigkeit geboren“, wie ihre Schwester zu ihr sagt. Eines Tages wird alles anders, Haifas wird Dorf von Männern mit Maschinenpistolen überrannt wird, alle Bewohner müssen sterben. Nur Haifa und ihre Enkelin nicht. 

Keine Opfergeschichte, sondern eine Selbstermächtigung

„Occident Express“ erzählt, wie die Großmutter Haifa zur Flüchtenden Haifa wird. Zu einer der vielen, die sich über die so genannte Balkanroute aus dem Irak Richtung Baltikum aufmachen. 18 000 Kilometer legt Haifa zurück, in Begleitung von mehreren Kindern. Unterwegs lernt sie Durst, Hunger, Kälte, Erschöpfung, Mutlosigkeit kennen – aber auch lichte Momente, Augenblicke von Solidarität und Hoffnung. Aufgeschrieben hat das florentinische Autor Stefano Massini, Jahrgang 1975, im Jahr 2016 – nicht als „Opfergeschichte“, wie HOT-Dramaturg Christopher Hanf es beschreibt, sondern als „Dokument einer Selbstermächtigung, einer Personwerdung“.
Regie führt Esther Hattenbach, Jahrgang 1977, die damit ihre erste Arbeit in Potsdam vorstellt. Sie hat bereits an mehr als 15 verschiedenen Stadt- und Staatstheatern inszeniert, zuletzt unter anderem Henrik Ibsens „Baumeister Solness“ am Rheinischen Landestheater Neuss – das Potsdams neue Intendantin Bettina Jahnke bis zum Sommer leitete.

+++++++++

Premiere ist am Freitag um 19.30 Uhr, weitere Vorstellungen am Sonntag, dem 28.10. sowie am Sonntag, dem 11.11. jeweils um 17 Uhr

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!