• Potsdam: Das Poetenpack feiert 20. Geburtstag in neuen Räumen

Potsdam : Das Poetenpack feiert 20. Geburtstag in neuen Räumen

Das freie Potsdamer Theater Poetenpack wird 20 und weiht zum Jubiläum mit der Zimmerbühne seine neue Spielstätte ein. Im April wird die erste Premiere gefeiert.

Der Potsdamer Künstler Rayk Goetze, hier mit Poetenpack-Leiter Andreas Hueck (r.), stellt seine Plakate aus.
Der Potsdamer Künstler Rayk Goetze, hier mit Poetenpack-Leiter Andreas Hueck (r.), stellt seine Plakate aus.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Man wird demnächst wieder durch die Zimmerstraße gehen und sich auf einen Theaterbesuch freuen dürfen – denn dort entsteht zum 20. Geburtstag des Poetenpacks eine neue Spielstätte. Das hatte, bevor das Hans Otto Theater endgültig dicht gemacht wurde, bis zur Intendanz von Uwe-Eric Laufenberg Tradition. Das städtische Theater bekam ein neues Haus am Tiefen See. Nun hat die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten vom Theaterareal Besitz ergriffen. Über seinem Eingangsportal steht nach wie vor Hans Otto Theater und ein paar Schritte weiter lädt die Theaterklause zum Besuch ein. Doch im Haus in der Zimmerstraße 12b wird es ab 4. April einen neuen Hort Thaliens geben, dort, wo einst die Potsdamer Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten ihre Gottesdienste feierte. Sie ist längst ins Bornstedter Feld umgezogen und der Kirchsaal stand einige Jahre leer.

Suche nach einem festen Spielort 

Andreas Hueck, der Leiter des freien Theaters Poetenpack, hörte davon. Längst war er auf Suche nach einem festen Spielort in den Wintermonaten für sein Ensemble. Mit der Initiative Potsdamer Mitmachmusik, die sich der Integration von Flüchtlingskindern widmet, wird sich das Poetenpack die „Zimmerbühne“ teilen und auch gemeinsame Projekte in Angriff nehmen. Zunächst nur für ein Jahr. Danach hofft man hier auf eine gute Zukunft. Die erste Premiere gibt es am 4. April mit Max Frischs Schauspiel „Biedermann und die Brandstifter“.

Am Samstagabend kamen schon eine Stunde vor Beginn der Inbesitznahme des neuen Saals viele Freunde des Poetenpacks in die Zimmerbühne, darunter Schauspielerinnen und Schauspieler, die seit Jahren zu den Protagonisten des freien Theaters gehören, aber auch Politiker der Stadt und des Landes. Sie nahmen die neue Spielstätte in Augenschein und gratulierten dem Poetenpack zum Geburtstag – vor 20 Jahren hat es der Schauspieler Andreas Hueck gegründet. Jedermann wünschte sich, dass es auch ein Ort reger Inspiration, der Auseinandersetzung mit den Problemen unserer Zeit wird.

Keine finanzielle Förderung vonseiten der Stadt

Die Politiker lobten zwar das große Engagement, das das Poetenpack mit seiner Stückauswahl und den spannenden Realisierungen an den Tag legt, doch von mehr finanzieller Förderung seitens der Stadt und vor allem des Landes war nichts zu vernehmen. Doch das freie Theater, das auch in kleinen Städten mit seiner Kunst vielfach unterwegs ist, erfüllt die Anforderungen an eine feste institutionalisierte Einrichtung.

So mancher der Samstagabend-Gäste war bereits am Nachmittag auf Poetenpack-Spuren unterwegs, um Erinnerungen an Theatererlebnisse aufzufrischen. Andreas Hueck lud zu einem Spaziergang zu Spielstätten im und am Park Sanssouci ein, die zwei Jahrzehnte mit beachtenswerten Theateraufführungen bedacht wurden. Vom atmosphärisch ländlichen Q-Hof am Kuhtor in der Lennéstraße ging es unter anderen zum Heckentheater, das Andreas Hueck und seine Mitstreiter mit regelmäßig stattfindenden Aufführungen vor vier Jahren zum Leben erweckten. In diesem Sommer werden dort Romeo und Julia ein lauschiges Plätzchen finden

Dann ging es zur Zimmerbühne, wo es weitere Poetenpack-Erinnerungen gab, der Künstler Rayk Götze präsentiert dort in einer Ausstellung seine eigenen malerischen und grafischen Auseinandersetzungen mit den jeweiligen Stücken. Seit 20 Jahren begleitet der Leipziger, der in ganz Deutschland, in Paris und in Wien ausstellt, das freie Theater mit Plakaten, macht unübersehbar Werbung. Die Poster mit großer Ausstrahlungskraft bringen die Botschaft der Theaterstücke in einer kreativen Gestaltung als eine besondere künstlerische Farbe in das kulturelle Leben Potsdams ein. 

Die Ausstellung mit den Plakaten von Rayk Götze ist noch am heutigen Montag von 14 bis 19 Uhr in der Zimmerbühne, Zimmerstraße 12b zu sehen