Kultur : Peter im Regen

Pfingstbergfest I: Klassik in Familie

Astrid Priebs-Tröger

Der Regen strömte und die Potsdamer mit Kind und Kegel auch. Die Kleinen von Kopf bis Fuß in Plastik verpackt, die Großen mit mehreren Pullovern übereinander und mit Regenschirmen bewaffnet.

Der Wettergott kannte zum musikalischen Familienfest in der Pfingstberggartenanlage kein Erbarmen und trotzdem oder auch gerade deswegen wurde die Veranstaltung ein feucht-fröhliches Vergnügen. Das war nicht nur den vielen Helfern zu verdanken, die im Hintergrund die großen blauen Sonnenschirme in Regendächer umfunktionierten, mit den Kindern Masken bastelten oder auch für das leibliche Wohl der Besucher sorgten. Sondern vor allem dem musikalischen Programm, das vom Kammerorchester Unter den Linden geboten wurde.

„Peter und der Wolf“ gehört zu den berühmtesten Märchenerzählungen und ist mit seiner Vertonung von Sergej Prokofjew wohl der Klassiker für Groß und Klein. Das Kammerorchester Unter den Linden präsentierte musikalisch virtuos, dabei unterhaltsam und immer kindgerecht seine eigene originelle Version der schon zu den Ohrwürmern zählenden Komposition.

Zuerst gab es ein jazzig anmutendes Vorspiel, „Intrada Wolfada“, das der Orchesterchef und Moderator Andreas Peer Kähler komponiert hatte und das die Kinder mit Hilfe von verschiedenen Percussioninstrumenten zum sofortigen Mitmachen animierte. Dann wurde die bekannte Geschichte mit viel Esprit und, sich immer gegen Regenwasser und Vogelgezwitscher behauptend, erzählt, jedoch nicht ohne vorher die Mitspieler und die sie verkörpernden Instrumente mit viel Witz vorgestellt zu haben. Erstaunlich, dass selbst schon Grundschulkinder Bratschen, Oboen und Fagott zuordnen konnten.

Und noch verblüffender war, dass es ihnen mit Unterstützung des überaus engagierten und einfühlsamen Dirigenten Kähler gelang, ein Orchester selbst zu leiten. Katharina und Sebastian, die beiden Siebenjährigen, konnten hautnah erleben, was ein „Abschlag“ bedeutet. Und weil dem begeisterten Musikpädagogen das immer noch nicht reichte, durften Klein und Groß noch zum Abschluss die Bühne in Beschlag nehmen und nicht nur Becken und Trommeln ausprobieren, sondern auch ins Horn blasen. Astrid Priebs-Tröger

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