• Ohne Aufhebens: Rückblick auf die Potsdamer Klassische Musikszene 2019

Ohne Aufhebens : Rückblick auf die Potsdamer Klassische Musikszene 2019

Marianne Boettcher lud zu qualitätsvollen Kammerkonzerten ein, Dorothee Oberlinger übernahm die Musikfestspiele mit erfrischendem Schwung und die Winteroper überraschte positiv.

Die Winteroper 2019 in der Friedenskirche.
Die Winteroper 2019 in der Friedenskirche.Foto: Stefan Gloede

Potsdam - Seit 28 Jahren lädt der Verein für musikalisch-literarische Soireen und seine Vorsitzende, die renommierte Geigerin Marianne Boettcher, im Potsdam Museum sowie im Kulturhaus Babelsberg ununterbrochen zu Kammerkonzerten von hoher Qualität ein. Acht Veranstaltungen im Jahr mit Musikern aus der Region geben einen Einblick in die facettenreiche Welt der Kammermusik. Marianne Boettcher engagiert sich in der Reihe ohne Aufhebens auch für die zeitgenössische Musik. Komponisten aus Potsdam und dem Land Brandenburg wie Gisbert Näther, Wolfgang Thiel oder Gabriel Iranyi waren bei den Soireen mit Uraufführungen dabei. Näther schrieb zum Fontane-Jahr ein Melodram nach dem Text des märkischen Dichters: „Auf der Treppe von Sanssouci“.

Die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci haben eine neue künstlerische Leiterin: Dorothee Oberlinger. Ihre ersten erfrischenden Festspiele galten den Musen, vorrangig der Polyhymnia, der Muse der Musik. Mit den stets an unserer Seite wandelnden mythologischen Damen konnte man zum Start nichts falsch machen.

Klaus Büstrin.
Klaus Büstrin.Foto: Andreas Klaer

Orgelsommer und Winteroper überzeugten

Drei weitere Festivals gehören ebenfalls zu Potsdam: der farbenreiche Internationale Orgelsommer unter anderem in der Friedens- und Erlöserkirche, organisiert von Kantor Johannes Lang, das spannungsvolle „Vocalise“-Fest des Vereins Musik an der Erlöserkirche e.V. und die inspirierenden „Intersonanzen“ des Brandenburgischen Vereins für Neue Musik. 

Für zwei kostbare Entdeckungen sorgte die Potsdamer Winteroper der Kammerakademie Potsdam und des Hans Otto Theaters in der Friedenskirche. Die so unterschiedlichen Werke, „Lazarus“ von Franz Schubert und „Lonely Child“ von Claude Vivier, wurden vom Regisseur Frederic Wake-Walker und dem Dirigenten Trevor Pinnock erstaunlich überzeugend homogen interpretiert


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