Kultur : Legenden auf der Spur

LaJJazzo eröffnet am Samstag die Reihe „Jazz im Park“ im Schlosspark Marquardt

Astrid Priebs-Tröger
Dem Swing verpflichtet. Musiker von LaJJazzo bei der Arbeit.
Dem Swing verpflichtet. Musiker von LaJJazzo bei der Arbeit.Foto: hauth

Robert Buchwald sprüht vor Enthusiasmus, wenn er von LaJJazzo und dem Konzertprogramm „With a little help… from the BBC!“ erzählt. Buchwald ist für das Projektmanagement des Landesjugendjazzorchesters Brandenburg (LaJJazzo) verantwortlich. Diese Big Band, die sich unter der Leitung des amerikanischen Starposaunisten Jiggs Whigham verstärkt auf die Geschichte der klassischen Big- Band-Musik konzentriert und zu den besten Nachwuchs-Big-Bands Deutschlands zählt, eröffnet am kommenden Samstag mit „With a little help… from the BBC!“ eine neue Open-Air-Reihe „Jazz im Park“ im Schlosspark Marquardt.

Im Jahr 2009, zu den Musikschultagen in Fürstenwalde, hat LaJJazzo zusammen mit dem Landesjugendsinfonieorchester und dem Popchor Young Voices gearbeitet. Es gab keine Berührungsängste zwischen den sogenannten E- und U-Musikern, und zur Eröffnung spielten sie gemeinsam ein Filmmusikkonzert. Jiggs Whigham, seit 2008 künstlerischer Leiter von LaJJazzo, ist auch einer der Leiter der BBC Big Band in London und hatte dafür das Notenmaterial besorgt, denn gute Arrangements für solche großen Besetzungen sind sehr selten, so Buchwald.

Whighams gute Beziehungen wollte Buchwald auch weiter nutzen und so entstand nach und nach die Idee, sich zur jährlichen Probenphase des Landesjugendjazzorchesters auf britische Musik zu konzentrieren und Mitglieder der BBC Big Band als Lehrer einzuladen.

Im April diesen Jahres war es dann so weit. Drei Musiker der BBC Big Band fuhren gemeinsam mit den Jugendlichen im Alter von 18 bis 25 Jahren zu den Probewochen auf den Gutshof Woldzegarten in Mecklenburg-Vorpommern. Und die Jungmusiker konnten drei Tage lang vom Schlagzeuger Tom Gordon, dem Solo-Posaunisten Gordon Campbell und dem Trompeter Martin Shaw nicht nur künstlerisch profitieren, sondern auch jede Menge Jazzgeschichte(n) aus berufenem Munde hören. Besonders beeindruckt waren sie vom 84-jährigen amerikanischen Saxophonisten Herb Geller, der das Trainerquartett vervollständigte und selbst eine Jazzlegende ist.

Acht bis zehn Stunden proben pro Tag und abends Jamsession, die Apriltage waren mehr als gut gefüllt. Die Musiker konzentrierten sich inhaltlich auf Swing- und Jazzkompositionen von Allan Ganley und Steve Gray. Letzterer ist ein Favorit von Jiggs Whigham, der viele Arrangements zu den Proben mitbringen konnte. Außerdem hat sich Buchwald im Vorfeld mit der Witwe von Allan Ganley in Verbindung gesetzt, da viele seiner Arrangements nicht verlegt und deshalb nicht zugänglich sind. Die alte Dame überließ ihm zehn Titel für die Probenphase. Zu diesen Kompositionen werden im Konzert im Schlosspark noch Stücke kommen, die im legendären Londoner Ronnie Scott’s Jazz-Club in den 50er und 60er Jahren zu den Klassikern zählten.

Dieser Querschnitt durch die Big Band Musik Großbritanniens wird vom LaJJazzo-Leiter Jiggs Whigham selbst vorgestellt. Und die Zuhörer werden von dem 69-Jährigen, der mit Musikern wie Glenn Miller und Stan Kenton zusammen gespielt hat und an diesem Abend auch selbst zur Posaune greifen wird, sicher mit vielen Geschichten durch den Abend begleitet. Astrid Priebs-Tröger

Das Konzert findet am Samstag, dem 7. Juli, um 21 Uhr im Schlosspark Marquardt statt. Der Eintritt kostet 7 Euro. Bei schlechtem Wetter wird das Konzert in die Kulturscheune Marquardt verlegt

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