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Kunst in Potsdam : Museum Barberini bleibt Publikumsmagnet

Das Museum Barberini in Potsdam war auch 2018 ein Publikumsmagnet. Nach der Gerhard-Richter-Ausstellung ziehen momentan die Werke von Henri-Edmond Cross die Besucher an. Doch 2019 wird das sicher getoppt.

Klaus Peters
Das Museum Barberini ist bei Touristen und Potsdamern gleichermaßen beliebt.
Das Museum Barberini ist bei Touristen und Potsdamern gleichermaßen beliebt.Foto: Bernd Settnik/ZB

Potsdam - Nach der erfolgreichen Schau zum abstrakten Werk von Gerhard Richter hat das Potsdamer Museum Barberini auch mit Bildern und Skizzen des Neoimpressionisten Henri-Edmond Cross (1856-1910) großen Zulauf. "Seit der Eröffnung der Ausstellung Mitte November zählen wir täglich 800 bis 1000 Gäste", sagte Museumsdirektorin Ortrud Westheider der Deutschen Presse-Agentur. Bei der Richter-Schau, die von Ende Juni bis Oktober mehr als 150.000 Besucher anzog, seien es täglich durchschnittlich 1200 Gäste gewesen.

"Der Erfolg mit Cross ist erfreulich und erstaunlich, weil er in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg weitgehend in Vergessenheit geraten ist", sagte Westheider. Die Beschlagnahme seiner Bilder durch die Nationalsozialisten im Rahmen der Ausstellung "Entartete Kunst" ließ die Werke aus den deutschen Museen verschwinden. Die Retrospektive läuft seit dem 17. November. Zeitgleich werden die Ausstellung "Götter des Olymp" mit antiken Statuen aus der Dresdner Skulpturensammlung und eine Schau mit Malerei aus der DDR gezeigt, die aus der Sammlung des Museums Barberini stammt.

Seltene Ausstellung

Vom 9. März an dürfte das Museum mit einer Schau zum Spätwerk von Pablo Picasso (1881-1973) erneut einen Publikumsansturm erleben. "Wir präsentieren 132 Werke aus der Sammlung von Jacqueline Picasso, die bislang nur selten gezeigt wurden", erläuterte Westheider. In Deutschland seien die meisten der Bilder, Metallskulpturen, Grafiken und Keramiken noch nie zu sehen gewesen. "Es sind Bilder, die jeder kennt, die aber noch kaum zu sehen waren", meinte die Direktorin. Die Werke seien in den Ateliers häufig mit dem Künstlerehepaar fotografiert und diese Bilder in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht worden.

Eine App für den "römischen Blick"

Auf Picasso folgt im Juni eine Ausstellung mit 52 barocken Meisterwerken aus Rom in Zusammenarbeit mit den dortigen Palazzi Barberini und Corsini, den italienischen Nationalgalerien. Darunter ist eines der bedeutendsten Werke Caravaggios, sein 1589/99 entstandenes Gemälde "Narziss". "In Zusammenarbeit mit der Stadt Potsdam und der Schlösser-Stiftung entwickeln wir zu dieser Ausstellung eine App, die die Besucher anschließend zu den Stätten der Italien-Sehnsucht in Potsdam führt", berichtete Westheider.

Dazu zählen etwa die Friedenskirche, die Römischen Bäder im Schlosspark Sanssouci oder der "römische Blick" im Park von Schloss Glienicke. «Dort hat Prinz Carl von Preußen einen Pavillon aufstellen lassen, von wo aus man die Kuppel der Nikolaikirche sehen konnte», erläuterte Westheider. "Der Betrachter sollte sich fühlen, wie in Rom."

Eine dritte Schau mit Stillleben von Vincent van Gogh (1853-1890) rundet vom Herbst an das Museumsjahr im Barberini ab. Die nach Angaben des Museums erste Ausstellung zu diesem Thema analysiert anhand von mehr als 20 Gemälden die entscheidenden Etappen dieses Genres im Werk und Leben des Künstlers.