• Kulturausschuss Potsdam: Künstlernöte im Sans Titre und Kreativzentrum

Kulturausschuss Potsdam : Künstlernöte im Sans Titre und Kreativzentrum

Kulturausschuss für Abriss des Rechenzentrums.

Potsdam - „Wenn man Künstler hat, wird man sie nicht mehr los“, sagt Matthias Pludra. Er ist Vorstandsmitglied der Potsdamer Wohnungsgenossenschaft (PWG) 1956 und spricht im Kulturausschuss über die Zukunft des Kunsthauses Sans Titre. Das steht in der Französischen Straße und wird nach der geplanten Bebauung hinter Gebäuden von sechs Metern Höhe verschwinden.

Pludra betont mehrfach, wie kunstaffin er sei und dass er die „charmanten Eigenideen“ der Künstler schätze, auch wenn die Emotionen manchmal hochkochen. Damit meint er speziell Mikos Meininger, der mit einem Verein für die Bespielung des Kunsthauses sorgt. Meininger möchte, dass das Kunsthaus trotz der Umbauung sichtbar bleibt. „Durch eine schöne Präsentationsfläche in erster Reihe“, so Pludra. Doch so eine Fläche werde teurer und es gebe keine Subvention des Kunsthauses aus Mieten der PWG, betonte er. Pludra plädierte dafür, dass die Politik zum Erhalt des Kunststandortes beitragen möge. Wie Kulturamtsleiterin Birgit Katharine Seemann sagte, bekomme das seit acht Jahren bestehende Kunsthaus erstmals eine Förderung: in diesem Jahr 18 000 Euro, im kommenden Jahr 25 000 Euro. Die Unterstützung für die jetzige Arbeit sei also gegeben. Der Ausschuss nahm die Mitteilungsvorlage zum Bebauungsplan „Französische Straße/Quartier Francais“ zur Kenntnis und wartet nunmehr ab, wie sich die bauliche Situation und das Nutzungskonzept entwickeln. Die nächste Berichterstattung gibt es im September 2018.

Beim zweiten Thema des Ausschusses ging es ebenfalls um Künstler in Not: um die 250 Kunst- und Kreativschaffenden im Rechenzentrum. Es wurde das Ergebnis des Workshops geschildert und dass bis Ende 2018 ein Bau- und Nutzungskonzept vorliegen soll, sodass die Ausschreibung der Grundstücke erfolgen könne. Doch laufen die Mietverträge aktuell nur noch bis August. Katja Dietrich-Kröck vom Rat für Kunst und Kultur forderte Planungssicherheit für die nächsten fünf Jahre. Sie machte darauf aufmerksam, dass das inzwischen im Rechenzentrum gegründete Büro „Kosmos“ den Gestaltungsprozess präzise voranbringen wolle, aber in seinem Ehrenamt an Grenzen stoße. Am 25. Mai lädt das Büro dazu ein, Betreibermodelle und Rechtsformen zu diskutieren. Ein Bürgerhaushalt-Vorschlag, das Rechenzentrum über 2023 hinaus zu erhalten, wurde abgelehnt. Nur die Linken plädierten dafür.