• Kommentar zum Potsdamer Echo auf den Buchpreis: Vertraut?

Kommentar zum Potsdamer Echo auf den Buchpreis : Vertraut?

Die Potsdamer Neugier auf Antje Rávik Strubels Buchpreisgewinner „Blaue Frau“ ist groß. Warum der „lokale Aspekt“ zieht, aber aufs Schönste in die Irre führt.

Carsten Wist hält die Literatur hoch, hier den Buchpreisgewinner "Blaue Frau" von Schriftstellerin Antje Ravik Strubel.
Carsten Wist hält die Literatur hoch, hier den Buchpreisgewinner "Blaue Frau" von Schriftstellerin Antje Ravik Strubel.Foto: Ottmar Winter PNN

Potsdam - Bevor hier einmal mehr Antje Rávik Strubels „Blaue Frau“ gelobt wird, ein Disclaimer: Das Buch ist „keine Schonkost“. Mit diesen Worten warnt Buchhändler Stefan Bellin Neugierige, die im „Internationalen Buch“ nach dem Roman fragen - und das sind seit der Ehrung mit dem Deutschen Buchpreis nicht wenige. 

Allein am Dienstag gingen bei Bellin zehn Exemplare über den Ladentisch, in Carsten Wists Literaturladen ebenfalls. Bellin rechnet damit, dass das Interesse bis zum Weihnachtsgeschäft anhalten wird. Die Neugier in Potsdams Buchläden auf „Blaue Frau“ ist groß - so groß, dass der Roman an den meisten Orten bereits ausverkauft ist

Es geht um vieles, aber nicht um Potsdam

Über den Grund für den Run sind sich die Buchhändler:innen in Potsdam-West, Babelsberg und Stadtmitte einig: „Blaue Frau“ wurde, zumindest zum Teil, in Potsdam geschrieben. Die Autorin Antje Rávik Strubel ist Potsdamerin. Der lokale Aspekt „zieht“. 

So verständlich das ist, so absurd ist es letztlich auch: Es geht in „Blaue Frau“ um Finnland, Europa, Gewalt an Frauen, lesbische Liebe - über Potsdam steht in dem Roman jedoch kaum etwas geschrieben. Aber vielleicht sollte man das gar nicht so laut sagen. Denn was gibt es Schöneres, als auf der Suche nach etwas Vertrautem auf Fremdes zu stoßen - und sich gerade dort dann wiederzufinden.

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