• Kammerakademie Potsdam im Schlosstheater: Bach statt Britten

Kammerakademie Potsdam im Schlosstheater : Bach statt Britten

Aufrgrund der Corona-Pandemie wurde die Potsdamer Winteroper 2020 abgesagt. Stattdessen lädt die Kammerakademie Potsdam nun im Schlosstheater zu einer „Herumtrompeterei“ mit Starflötist Emmanuel Pahud.

Lena Schneider
Flötist Emmanuel Pahud ist der Solist in dem Konzert, mit dem die Kammerakademie Potsdam ihren Wiedereinstand im Schlosstheater gibt.
Flötist Emmanuel Pahud ist der Solist in dem Konzert, mit dem die Kammerakademie Potsdam ihren Wiedereinstand im Schlosstheater...Foto: Josef Fischnaller

Potsdam - Eine Winteroper wird es im Krisenjahr 2020 bekanntlich in Potsdam nicht geben - die vorgesehene Premiere von Benjamin Brittens "The Rape of Lucretia" wurde auf das Jahr 2021 verschoben. Aber die Kammerakademie Potsdam hatte der Absage ein geplantes Trostpflaster zur Seite gestellt. Nun wurden die Details des Ersatzprogramms bekannt. Statt Britten werden Bach, Quantz und Friedrich gespielt. Statt Oper Flötenmusik.

Als Solist für das Konzert hat die Kammerakademie Emmanuel Pahud gewonnen. Pahud hatte bereits zu zum 300. Geburtstag Friedrich des Großen im Jahr 2012 gemeinsam mit der KAP musiziert und 2013 die CD „Flötenkönig“ eingespielt. Friedrich steht auch im Zentrum des Konzerts, mit dem die Kammerakademie erstmals das neu sanierte Schlosstheater bespielt. Aufführungen finden am 12., 13., 14. und 15. November statt. 

Die „Herumtrompeterei“ Friedrich des Großen

Der Titel „Fanfaronade“ nimmt Bezug auf den Ort des Konzerts: Als „Herumtrompeterei“ hatte Friedrich der Große selbst das von ihm errichtete Neue Palais bezeichnet. Das Schlosstheater ist erst kürzlich nach siebenjähriger Sanierung wiedereröffnet worden. Die „Fanfaronade“ ist als „Dreiklang von Musik, Malerei und Architektur“ angekündigt.

Inhaltlich umspielt das Konzert unter der Leitung von Peter Rainer die historischen Bezüge. Die Wahl des Soloinstruments ist ein erster Verweis auf den als musikversessen geltenden „Flötenkönig“ Friedrich den Großen. Der Mann war nicht nur Querflötist, sondern komponierte auch unermüdlich selbst: insgesamt 121 Sonaten, vier Konzerte und zahlreiche Etüden für Flöte. Daraus ist im Konzert zu hören, ebenso wie Kompositionen von Johann Joachim Quantz, seinem privaten Flötenlehrer. Bei Friedrichs allabendlichen Konzerten war unter anderem Carl Philipp Emanuel Bach zugegen, von dem unter anderem die Berliner Sinfonie Nr. 4 zu hören sein wird.

Der Kartenvorverkauf für die vier Konzerttermine beginnt am 21. Oktober. Das Konzert findet ohne Pause statt. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass im gesamten Gebäude und auch während des Konzerts Maskenpflicht herrscht.


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