• Jahresrückblick 2017: Lustvoller Tanz: Die Freie Szene braucht mehr Eigenproduktionen

Jahresrückblick 2017 : Lustvoller Tanz: Die Freie Szene braucht mehr Eigenproduktionen

Überraschungen finden sich – wie im richtigen Leben - meistens am Wegesrand: Noriko Seki schrieb im T-Werk „Briefe nach Hause“ und entdeckte dabei sich selbst – eine intime und sehr poetische Biografiearbeit.

Astrid Priebs-Tröger
Foto: Frederick Duchesne/promo

HÖHEPUNKT

Glanzvolle Höhepunkte waren wieder die beiden Festivals in der Schiffbauergasse. Die Tanztage und Unidram begeisterten mit internationalen Schwergewichten wie „Garten der Lüste“ von Marie Chouinard, der Rubberdance-Group, neuer Magie von Kalle Nio oder der wuchtig-zarten Vater-Sohn Performance vom „Cirk La Putyka“. Großartig auch die Beiträge von Ali Charour aus Syrien oder die Bekanntschaft mit Künstlern aus dem Iran bei Unidram. Außerdem: Partizipative Projekte gewinnen in der freien Szene zunehmend an Bedeutung. Zu Jahresbeginn tanzten Potsdamer Frauen gemeinsam mit Nadia Beugré in der fabrik gegen die weltweite Unterdrückung von Frauen. 2018 werden 150 Laientänzerinnen und -tänzer an „Le Grand Continental 2018“ teilnehmen – ein Stück des kanadischen Choreografen Sylvain Émard, welches das Vergnügen am Tanz in den Mittelpunkt stellt. Das Stück wurde in Kanada uraufgeführt und wird in Potsdam das erste Mal in Europa umgesetzt.

TIEFPUNKT

Schwierig ist nach wie vor, dass an diesem etablierten Standort der freien Szene Potsdams zu wenig eigene Produktionen entstehen und Nachwuchstalente Mangelware sind – wenn man von der Tänzerin Laura Heinicke absieht. Dem Rechenzentrum ist die nötige Entwicklungszeit zu wünschen, sodass von ihm neue Impulse in die Stadt ausstrahlen können. Dort arbeiten bereits die Regisseurin Sina Schmidt und die Choreografin Lidy Mouw.

ENTDECKUNGEN 

Überraschungen finden sich – wie im richtigen Leben - meistens am Wegesrand: Noriko Seki schrieb im T-Werk „Briefe nach Hause“ und entdeckte dabei sich selbst – eine intime und sehr poetische Biografiearbeit. Mit deutscher Vergangenheit setzten sich hingegen die „Brandenburger Märchen“ auseinander - die Aufarbeitung lokaler Euthanasiegeschichte(n) vom Kulturverein Päwesin war im November im Freiland zu sehen.

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