• Intendantensuche am Hans Otto Theater Potsdam: Wellemeyers Nachfolger soll im April feststehen

Intendantensuche am Hans Otto Theater Potsdam : Wellemeyers Nachfolger soll im April feststehen

Für das Hans Otto Theater wird ein neuer Intendant gesucht. Nun steht die Findungskommission fest, in der aber nur ein Experte sitzt, der nicht aus Potsdam kommt.

Grit Weirauch
Abschied. Im Oktober feierte Tobias Wellemeyer noch sein 10-jähriges Jubiläum am HOT. Foto. Manfred Thomas
Abschied. Im Oktober feierte Tobias Wellemeyer noch sein 10-jähriges Jubiläum am HOT. Foto. Manfred Thomas

Potsdam - Viele Potsdamer, ein Hamburger: Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) macht seine Zusage, bei der Suche nach einem neuen Intendanten für das Hans Otto Theater (HOT) auch „überregionale Theaterexpertise“ zurate zu ziehen, eher zögerlich wahr. In der Findungskommission, die den Oberbürgermeister bei der Auswahl des Nachfolgers von Tobias Wellemeyer beraten soll, sitzt nur ein Experte, der nicht aus Potsdam kommt: Es ist Hans Heinrich Bethge. Der 59-Jährige ist seit mehr als 13 Jahren Senatsdirektor der Kulturbehörde Hamburg und damit bester Behördensachverständiger. Zugleich ist Bethge  Vorsitzender der Sparte Staatstheater des Deutschen Bühnenvereins, dem Bundesverband der Träger der deutschen Theater und Orchester.

Neue Intendanz soll am 1. August 2018 Arbeit am Hans Otto Theater aufnehmen

Anders als bei der vergangenen Suche ist diesmal auch eine Schauspielerin des HOT-Ensembles dabei. Die künstlerische Seite soll Rita Feldmeier, langjähriges Ensemblemitglied, vertreten. Außerdem Mitglieder der Findungskommission sind Claudia von Prietz, Vizechefin des Beteiligungsmanagements der Stadt, HOT-Direktor Volkmar Raback, Lea Rosh, Chefin des HOT-Förderkreises, Sofia Rost und Ingeborg Praechtel vom HOT-Kuratoriums, Kulturausschussvorsitzende Karin Schröter (Linke), die Fachbereichsleiterin Kultur und Museum, Birgit-Katharine Seemann sowie Reiner Walleser, zuständiger Abteilungsleiter aus dem Kulturministerium. „Wir haben in der Findungskommission regionale Expertise mit externem Sachverstand vereint“, so Oberbürgermeister Jakobs. Die Bewerbungsfrist für den Posten endet am Dienstag. In mindestens zwei Sitzungen werde die Findungskommission zusammenkommen und im April eine Entscheidung treffen. Das letzte Wort hat der Oberbürgermeister. Die neue Intendanz soll ab 1. August 2018 ihre Arbeit am Hans Otto Theater aufnehmen.

Der Hamburger Bethge dürfte ähnlich gut vernetzt sein wie die Theaterexperten Hartmut Krug und Martin Linzer, die einst die Besetzung des Intendantenposten mit Tobias Wellemeyer befürworteten. Allerdings waren sie keine Verwaltungsangestellten, sondern Theaterkritiker, Linzer zudem Herausgeber der Zeitschrift „Theater der Zeit“ und Dramaturg. Wellemeyer ist seit 2009 Intendant in Potsdam. Jakobs hatte Ende 2016 entschieden, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Potsdam brauche „neue künstlerische Impulse“, hieß es.