Kultur : Hochhuth: Recht auf Arbeit

Der Schriftsteller Rolf Hochhuth hat die scharfe Polemik gegen Konzernchefs in seinem neuen Theaterstück „McKinsey kommt“ verteidigt. Er wies gestern in Brandenburg/Havel, wo das Stück am Freitag Uraufführung hat, insbesondere die Kritik des Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Michael Rogowski, zurück. „Es ist diesen Leuten vollkommen unfassbar, was sie machen. Es trifft auf sie zu, was Hanna Arendt über ,Eichmann in Jerusalem“ geschrieben hat: Er hat sich niemals vorgestellt, was er eigentlich angestellt hat“, sagte der 72-Jährige vor rund 200 Zuhörern im BT. Die gesellschaftlichen Konflikte müssten früher oder später zwangsläufig in Gewalt münden. „Es wird eine Revolution geben müssen, und wenn man Geschichte richtig liest, muss man fürchten, es wird eine blutige“, sagte der Schriftsteller. Der Staat reagiere leider nicht auf diese Situation. „Der Staat hat fast genauso sehr wie die Reichen Scheuklappen.“ Das Recht auf Arbeit müsse festgeschrieben werden, forderte der Autor und verwies auf die Situation am Premierenort, wo es 20 Prozent Arbeitslose gebe.dpa