• Gedichtband des Potsdamer Anwaltes Thorsten Purps: Zeitgemäße Themen im barocken Vers

Gedichtband des Potsdamer Anwaltes Thorsten Purps : Zeitgemäße Themen im barocken Vers

Der Potsdamer Rechtsanwalt Thorsten Purps widmet sich in seinem Gedichtband „Heute“ aktuellen Gesellschaftsthemen. Formell ist das nicht immer gelungen.

Rechtsanwalt Thorsten Purps und seine Begleiterin Elena Hackert auf dem Brandenburgball 2019.
Rechtsanwalt Thorsten Purps und seine Begleiterin Elena Hackert auf dem Brandenburgball 2019.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Schon der Barockdichter Martin Opitz benutzte ihn. Kollege Paul Fleming zum Teil auch. Und spätere Dichter, wie Christian Morgenstern oder Rainer Maria Rilke griffen zumindest teilweise darauf zurück: auf den Kreuzreim. In der Moderne ist das Reimschema, bei dem sich immer die erste Zeile einer Strophe mit der dritten und die zweite mit der vierten reimt, nur noch selten zu finden. Und besonders selten sind Autoren, denen eine künstlerische Umsetzung gelingt. 

Thorsten Purps hat sich davon nicht abschrecken lassen und die Texte seines Gedichtbandes „Heute“, den er 2018 im Paramon Verlag veröffentlicht hat, konsequent im Kreuzreim verfasst. Bereits im Jahr 2016 veröffentlichte der Potsdamer Rechtsanwalt mit „Die Zornschaukel. Ursprünge der enthemmten Gesellschaft “ ein eher philosophisches Buch über aktuelle Entwicklungen der Gesellschaft. 

Fehlende Kommunikation

Nun also Gedichte. Die Themen sind ähnlich geblieben, Purps schreibt über heutige Ängste, Medienentwicklungen, über Schnelllebigkeit und fehlende Kommunikation. „Was wurde früher viel gesprochen/Der Redeschwall fand oft kein Ende/Was hat die Technik nur verbrochen/Vom Wort zum Bild, ist das die Wende?“, heißt es dazu im Gedicht „Gespräche ins Leere“. 

Nachvollziehbare Gedanken, die Purps allerdings auf 17 Strophen auswälzt. Jede einzelne ein Vierzeiler, im besagten AB-AB-Schema. So wirkt der Text – wie auch die übrigen – leider etwas konstruiert. Das ist schade, denn Purps greift durchweg zeitgemäße, wichtige Themen auf, bringt sie aber durch altbackene Herz-Schmerz-Reime zu sehr mit dem Holzhammer aufs Papier. Jede Zeile scheint konstruiert, kaum etwas locker dem lyrischen-Ich entsprungen. Was den Texten epische Wucht geben soll, verleiht ihnen eher etwas Bemühtes. Wer sich daran nicht stört, kann in „Heute“ interessante Themen finden. Alle anderen sollten bei Opitz und Co bleiben

— Thorsten Purps: Heute. Paramon Verlag, 2018, 135 Seiten, Hardcover.