Kultur : Frisch, frech, bezaubernd

Filmpremiere: „Angesagt: Potsdam“

Astrid Priebs-Tröger

Filmpremiere: „Angesagt: Potsdam“ In der gut gefüllten Russenhalle feierte am Mittwoch ein Filmprojekt der Regisseurin Heike Ludwig Premiere: „Angesagt: Potsdam“ – ein filmischer Stadtführer von jungen Leuten für junge Leute. Die Idee zu diesem Videoprojekt entstand im letzten Herbst. Jugendliche erzählten von ihren Erfahrungen mit Austauschschülern und deren Fragen danach, was sich in Potsdam anzusehen lohnt. Im März, als die Finanzierung gesichert war, suchte die Regisseurin über Zeitungen junge Leute, die an einem solchen Stadtführer interessiert wären und die Landeshauptstadt unter ihrem Blickwinkel präsentieren wollten. 20 Kandidaten, mehr Jungen als Mädchen, im Alter von 15 bis 21 Jahren meldeten sich und legten gemeinsam mit der Regisseurin und Kameramann Karl J. Farber los.Und sie hatten so viel Spaß an der Sache, das aus den ursprünglich geplanten 20 Minuten eine volle Stunde mit über 50 Drehorten wurde. Entstanden ist ein Potsdam-Porträt, das locker und unkonventionell daherkommt, informativ und lebendig ist und jugendliche Frische und Esprit ausstrahlt.Unterstützt wird diese Wirkung durch die Musik (Antje Volkmann) und den Schnitt von Raiko Epperlein. Der Spaziergang beginnt im Holländischen Viertel und endet auf dem Brauhausberg, wo eine kleine Bank eine exzellente Aussicht auf das nächtliche Potsdam ermöglicht. Dazwischen kommt alles vor, was Rang und Namen hat und auch sonst in jedem Reiseführer zu finden ist. Aber nicht nur, sondern auch Orte, wie die Speicherstadt, die auf keiner Postkarte zu finden sind, selbst aber ein guter Ort für Motive der besonderen Art ist.“ Ich zeige, was mich interessiert und mein Empfinden, mein Leben zeigt was über mich.“ Dieses Credo eines der jungen Stadtführer wird auch in vielen anderen Beiträgen deutlich. Sie zeigen ihre Stadt, ihre Orte und sie machen sie für den Zuschauer erlebbar. Nicht, weil sie historische oder sonstige Fakten vermitteln, sondern weil sie “rüber bringen, was dieser Ort mit ihnen zu tun hat. Ob sie nun Karaoke singen in der Gutenberg 100 oder die Märchenhaftigkeit des Marmorpalais´ und des Flatowturms nachvollziehbar werden lassen. Immer machen sie klar, was ihnen wichtig ist und das mit einem bewundernswerten Blick fürs Detail. Sie haben dabei eine große Sehnsucht nach benutzbaren und lebendigen Orten und erklären beispielsweise die „Eierberge zu den wahren Goldstücken von Sanssouci, auf denen man kalt gefroren, unverfroren rodeln kann“. Dabei reden sie, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist und nehmen kein Blatt vor den Mund, manche wie perfekte Reiseführer, andere verklärt und romantisch. Klar wird eins – diese jungen Leute identifizieren sich mit ihrer Stadt und sie leben gern hier. Geplant ist, eine Filmversion auf DVD herauszubringen. Astrid Priebs-Tröger

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