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Coronakrise im Kulturland Brandenburg : Theater wollen wieder spielen

Museen, Galerien, Bibliotheken und sogar Schwimmbäder sind wieder offen. Bühnen hingegen sind noch geschlossen, auch wenn eine Änderung in Aussicht gestellt wurde. Zuvor hatten Brandenburgs freie Theater auf eine Öffnung gedrängt

Brandenburger Theater wollen wieder spielen, trotz Corona. Open Air zum Beispiel, wie das Potsdamer Poetenpack.
Brandenburger Theater wollen wieder spielen, trotz Corona. Open Air zum Beispiel, wie das Potsdamer Poetenpack.Foto: Sebastian Geyer

Potsdam - Brandenburgs Theater wollen wieder spielen. In einer Pressemitteilung fordert der Landesverband Freier Theater die stufenweise Öffnung aller Kultureinrichtungen im Land. Seitdem sich Staatsministerin Monika Grütters mit den Kultusministern der Länder auf Eckpunkte für eine planvolle Wiedereröffnung der Kultureinrichtungen geeinigt habe, stehe dem Verband zufolge einer schrittweisen Öffnung nun nichts mehr im Wege.

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Zwanzig Sommertheater warten auf ihren Auftritt

Hintergrund der Forderung ist, dass in Brandenburg Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie Museen bereits wieder geöffnet sind oder kurz davor stehen. Wann Theater wieder spielen dürfen, wurde indessen bislang nicht konkret benannt. Der Landesverband fordert daher, Theaterproben und Theaterveranstaltungen unter freiem Himmel sofort sowie "zu einem absehbaren Termin" auch Aufführungen in Theatern und Kulturhäusern wieder zu ermöglichen.

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Dem Landesverband zufolge stehen 20 freie Theater mit ihren Sommertheaterproduktionen in den Startlöchern, um ihre Programme für den Sommer an das Publikum zu bringen. Die Konzepte zur Umsetzung unter Corona-Bedingungen seien vorhanden, die Bühnen- und Zuschauersituationen bereits angepasst, die Sehnsucht der Menschen nach Theater sei groß - nur die Erlaubnis zur Umsetzung fehlt.

Fitness und Wellness ja, Theater nein?

Die Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur habe es vielen Ensembles, Künstlern und Institutionen in Brandenburg ermöglicht, die Coronakrise zu überstehen, lobt der Verband das von anderer Seite scharf kritisierte Krisenmanagement der Landesregierung. Die eigentliche Aufgabe der Kulturschaffenden jedoch bestehe darin, "Kunst und Kultur im Land Brandenburg zu schaffen und damit das Publikum wieder zu erreichen". Um dieser Aufgabe nachkommen zu können, brauche es die stufenweise Öffnung aller Kultureinrichtungen ab sofort.

"Wenn Einrichtungen im Sport-, Fitness- und Wellnessbereich ihre Pforten wieder für das Publikum öffnen können, dann muss die Öffnung für die Kultureinrichtungen entsprechend erfolgen", mahnt der Verband. "Das Land Brandenburg ist auch Kulturland."

Die Politik scheint indessen die Forderungen vernommen zu haben. Brandenburgs SPD-Fraktionschef Erik Stohn sagte, dass Kulturveranstaltungen wieder möglich werden sollen. Geplant sei, in Räumen Veranstaltungen mit bis zu 75 Personen wieder zu erlauben, im Freien sogar mit 150 Personen - dabei müssten aber Hygienerichtlinien gelten. Ein Datum nannte Stohn zunächst nicht.

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