Kultur : Aufstand der Gartenzwerge

„Buntspecht“ spielt „Auf Weltreise mit Plapperluger“

Babette Kaiserkern

„Buntspecht“ spielt „Auf Weltreise mit Plapperluger“ Paris, Venedig, Rio de Janeiro und Afrika – mit dem neuen Musical des Kindermusiktheaters „Buntspecht“ geht es durch die halbe Welt, aber die Bodenhaftung geht dabei nicht verloren. Dafür sorgt schon die kuriose Rahmenhandlung um Berta Blitzblank, das Mädchen Maria, die Gartenzwerge und den sprechenden Riesenpapagei Plapperluger. Einfallsreich, witzig und humorvoll entwickelt sich die kleine Geschichte mit mitreißender Musik, trefflichen Texten und vielen Tänzen. Kinder spielen Theater für Kinder – bei der zweiten Vorstellung von „Auf Weltreise mit Plapperluger“ im Malteser Treffpunkt Freizeit gingen die Zuschauer im Grundschulalter begeistert mit. Weil Berta Blitzblank eine Putzfanatikerin ist und Kinder nicht ausstehen kann, hält sie sich eine Manegerie von Gartenzwergen in ihrem blitzsauberen Garten. Da selbst ihr das ständige Putzen zuviel wird, kommt ihr das Mädchen Maria gerade Recht als neues Hausmädchen. Maria konnte sich zwischen ihren Eltern, die sich scheiden lassen wollen, nicht entscheiden und hat nur noch ihren Teddy als Freund. Auch die Zwerge – jeder von ihnen hat seine eigene kleine Persönlichkeit – haben Kummer und sie wollen nicht länger stocksteif herumstehen, schließlich hat Töpfermeister Tadeuz sie so schön lebendig geschaffen. Doch zu ihrer Befreiung fehlt ihnen der Zauberstab. Nachdem sie mit vereinten Kräften den Plapperluger aus seinem Buch befreit haben, begeben sie sich auf die weltweite Suche. Dabei treffen sie eine bunte Gesellschaft: die schneeweißen Tauben von Paris, Pippi Kurzstrumpf, die superfreche Enkeltochter von Pippi Langstrumpf, Pepe, der verliebte Gondoliere aus Venedig, die sambatanzenden Kinder aus Rio de Janeiro, eine afrikanische Familie und zum Schluss die wilden Tiere in Afrika. Selbst die dramaturgisch gut gelösten Umbaupausen erhöhten noch die Spannung. Vor dem Wolkenvorhang reisen die Zwerge mit Plapperluger, während dahinter neue, liebevoll gemalte Requisiten auftauchen, wie der Eiffelturm, der Arc de Triomphe, der Zuckerhut, eine venezianische Gondel, eine afrikanische Landschaft. Die neukomponierte Musik mit Walzer und Samba, Marsch und Rockmusik animiert zum Mitsingen und Klatschen. Auffällig gelungen sind die Texte, frech, wie bei Pippi Kurzstrumpfs „Popel-Lied“ – gefühlvoll, lustig und verständlich. Höhepunkt ist der Auftritt der wilden Tiere und das Lied „Die Sprache der Tiere ist älter als ihr“. Das kleine Musical schafft das Kunststück, kindgemäß und eingängig zu sein. Neben den erwachsenen Theatermachern, Margitta Burghardt (Regie), Peter Eichstätt (Komposition), Bernd Witscherkowski (Texte), Jana Kühnel (Kostüme), Ingrid Petruschka (Tänze) verdienen die auftretenden Kinder das größte Lob für die originelle Aufführung, die für alle Kinder ab fünf Jahren sehr sehenswert ist. Babette Kaiserkern