Kultur : Abschied mit Vogelsang

Joachim Schönitz beendet sein Engagement am Hans Otto Theater

Der Schauspieler Joachim Schönitz, der am 13. Juni seinen 65. Geburtstag feiert, gibt am Sonntag als Leutnant Vogelsang in der Erfolgsinzenierung „Frau Jenny Treibel“ im Palais Lichtenau offiziell seinen Abschied am Hans Otto Theater.

Seit August 1970 Ensemblemitglied des HOT, hat Joachim Schönitz 36 Jahre lang zahlreiche Aufführungen des Potsdamer Theaters auf der Bühne mit geprägt. Knapp 100 Rollen mögen es wohl gewesen sein, auf die Joachim Schönitz zurückblicken kann und denen er auf eine ganz unverwechselbare Weise sein Profil gegeben hat.

Auf ein Fach festzulegen war Joachim Schönitz nie, immer wieder überraschte er – auch die Regisseure und Schauspielkollegen – mit den vielfältigen Facetten seiner schauspielerischen Möglichkeiten. Ob kauzig, bärbeißig, ob laut polternd, ob leise und traurig oder ob humorvoll oder griesgrämig: immer wusste Joachim Schönitz in diesen unterschiedlichen Schattierungen seiner Rollen zu überzeugen.

Ein paar seien noch einmal in Erinnerung gerufen: der Andres in „Woyzeck“, der Theaterdirektor Striese in „Der Raub der Sabinerinnen“, der Göring sowohl in „Goebbels und Geduldig“ und als auch in „Mephisto“, der Milich Kurtl in „Der Feuerwehrball“, der Graf Orsini-Rosenberg in „Amadeus“, der General Kutusow in „Krieg und Frieden“ und der schon genannte Leutnant Vogelsang in „Frau Jenny Treibel“.

Eine Rolle sei aber noch besonders hervorgehoben: der Gaststättenkontrolleur Fellner in dem Zwei-Personen-Stück „Indien“ (2000), dessen traurig-leiser und zugleich tragikomischer Abgang, als Fellner von seiner Krebskrankheit erfährt, Joachim Schönitz mit großer Sensibilität und Menschlichkeit zu gestalten wusste. Eine Rolle, die sicher noch vielen im Gedächtnis sein dürfte.

Ganz sicher wird es auch noch nach dem 11. Juni diese oder jene Rolle für Joachim Schönitz im neuen Haus des Hans Otto Theaters in der Schiffbauergasse geben. Wie jeder Vollblutschauspieler wird auch er sich bestimmt noch nicht so einfach zur Ruhe setzen. M. Ph.

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