• 50. Sehsüchte-Festival: Preisgekrönte Filme über Flucht und Heimat

50. Sehsüchte-Festival : Preisgekrönte Filme über Flucht und Heimat

Der Siegerfilm der Jubiläumsausgabe des Studentenfilmfestivals Sehsüchte stammt von einer Berliner Studentin. Insgesamt wurde ein Preisgeld von mehr als 35.000 Euro ausgeschüttet.

Kay Grimmer
Das Studentenfilmfestival war am Wochenende zu Ende gegangen.
Das Studentenfilmfestival war am Wochenende zu Ende gegangen.Foto: Manfred Thomas

Potsdam - Der Siegerfilm bei der diesjährigen Jubiläumsausgabe des Studentfilmfestivals Sehsüchte ist der deutsche Wettbewerbsbeitrag „Jiyan“. Das Drama der Berliner Filmakademiestudentin Süheyla Schwenk beschreibt das Leben syrischer Geflüchteter in Deutschland in einer fiktionalen Erzählung und erhielt den Preis als „Bester Spielfilm lang“. Die Jury lobte die Bilder und Momente in Schwenks Film, „die einen noch lange über das Ende des Films hinaus begleiten“, hieß es in der Begründung.

Bei der 50. Auflage des Internationalen Studentenfilmfestivals an der Babelsberger Filmuniversität „Konrad Wolf“ wurden Preise in elf Kategorien und einem Gesamtpreisgeld von mehr als 35.000 Euro vergeben. Das Festival fand sowohl in Präsenz wie auch virtuell statt.

Bester Kurzspielfilm kommt aus Frankreich

Der Preis für den besten Kurzspielfilm ging an das französische Werk „Dustin“ der Filmemacherin Naila Guiguet, während für die beste Animationsarbeit die deutsch-syrische Koproduktion „Have a nice dog“ des Babelsberger Filmuni-Absolventen Jalal Maghout ausgezeichnet wurde. Bei den Dokumentarfilmen sicherte sich der deutsche Beitrag „Mein Vietnam“ von Hien Mai und Tim Ellrich den Preis für die beste Lang-Doku. 

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Das Werk zeigt das Leben von Vietnamesen in Deutschland und beschäftigt sich mit der Frage, wo ein Zuhause ist und wie sich Heimat definiert. Der Preis für die beste Kurz-Doku gewann die Mehr-Länder-Produktion „Syn Ulicy“ von Mohammed Almughanni, die Heranwachsende in einem Flüchtlingslager begleitet. Als Beste Produktion wurde der Polit-Thriller „Adisa“ geehrt. Ausgezeichnet als bester Kinderfilm wurde die Filmuni-Koproduktion „Affenmädchen“, die das Thema Sexismus kindgerecht aufgreift.

Die Sehsüchte gibt es seit 1972, gegründet wurden sie als FDJ-Studentenfilmtage. Den aktuellen Namen tragen sie seit 1995.
Die Sehsüchte gibt es seit 1972, gegründet wurden sie als FDJ-Studentenfilmtage. Den aktuellen Namen tragen sie seit 1995.Foto; Matthias Tschiedel

Das Babelsberger Studentfilmfestival entstand aus den FDJ-Studententagen, die die damalige Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“, der Vorgänger der heutigen Filmuniversität, erstmals im Frühjahr 1972 auflegte. Konzipiert war die Veranstaltung als mehrtägige Werkschau hochschulinterner Filmprojekte. 1995 gründete sich das hochschulinterne Fest unter dem Namen Sehsüchte neu und öffnete sich auch für Teilnehmer anderer Filmhochschulen und freier Filmemacher. Mittlerweile gilt Sehsüchte als eines der größten internationalen Studentenfilmfestivals in Deutschland.


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