Kriminalität : Vierjähriger Junge getötet: Stiefmutter in Untersuchungshaft

Eine Stiefmutter wird verdächtigt, in Eschenbach in der Oberpfalz einen vier Jahre alten Jungen getötet zu haben. Sie sitze wegen Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft, teilte die Polizei am Freitag mit.

Eschenbach in der Oberpfalz soll eine 25-jährige Frau einen vier Jahre alten Jungen getötet haben. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Eschenbach in der Oberpfalz soll eine 25-jährige Frau einen vier Jahre alten Jungen getötet haben. Foto: Karl-Josef...

Die 25 Jahre alte Frau hatte den Angaben nach in der Nacht zum Montag einen Notruf abgesetzt, weil das Kind bewusstlos war und nicht atmete. Rettungskräfte konnten den Vierjährigen nicht wiederbeleben. Er starb in der Wohnung, in der die 25-Jährige gemeinsam mit dem Vater des Jungen und dessen weiteren Kindern lebt.

Rechtsmediziner stellten bei einer Untersuchung einen Tag später fest, dass das Kind wegen zunächst nicht sichtbarer Gewalteinwirkung starb, wie ein Polizeisprecher sagte. Am Mittwoch nahmen Ermittler die Philippinerin fest, am Donnerstagabend wurde sie einem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete.

In der Tatnacht war der Vater nicht zu Hause, wie der Sprecher sagte. Ob und wie andere Kinder die Tat miterleben mussten, konnte er zunächst nicht sagen. „Die Kinder befinden sich in der Obhut des Vaters.” Er sei mit der Philippinerin verheiratet, die dem Sprecher zufolge seit geraumer Zeit in Bayern wohne. Die leibliche Mutter des Kindes lebe nicht in Deutschland.

Eschenbach in der Oberpfalz ist eine im hügeligen Oberpfälzer Wald gelegene Kleinstadt mit rund 4000 Einwohnern. Sie liegt im Landkreis Neustadt an der Waldnaab, nördlich des US-Truppenübungsplatzes Grafenwöhr. Die Stadt ist umgeben von Weihern, die als Naherholungsgebiet zu Ausflügen einladen. Er sei bestürzt, sagte Peter Lehr, erster Bürgermeister der Stadt. Er habe im Laufe des Freitags vom Tod des Jungen erfahren.

Die Kriminalpolizei ermittelt nun, wie genau der Vierjährige starb. Unklar blieb für die Beamten zunächst auch das Motiv der Frau. Zur Tat äußerte sich die 25-Jährige erst einmal nicht.

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