Im Kampf gegen Corona : Das Land Brandenburg plant zwei Impfzentren

In der Metropolishalle in Potsdam sowie im Raum Cottbus soll der Corona-Schutz verteilt werden. Auch mobile Teams kommen zum Einsatz

Oliver von Riegen
Ursula Nonnemacher
Ursula NonnemacherFoto: dpa

Potsdam - Mit zwei größeren Impfzentren in Potsdam und im Raum Cottbus sowie mit mobilen Teams will Brandenburg die geplanten Corona-Impfungen starten. Sobald ein zugelassener Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar sei, sollten die Impfungen von dort aus flächendeckend ausgerollt werden, kündigte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Freitag bei der Vorstellung eines neuen Corona-Testzentrums zur Entlastung niedergelassener Ärzte an. Dieses öffnet ab Montag in der Babelsberger Metropolishalle – und soll nach PNN-Informationen voraussichtlich später auch als Impfzentrum dienen.

Mobile Impfteams geplant

Auch weitere Standorte würden im Flächenland Brandenburg mittelfristig geplant, machte die Ministerin deutlich. Dazu kommen schon von Beginn an mobile Impfteams für Pflegeheime und Krankenhäuser. Die Vorbereitungen dafür seien sehr anspruchvoll, auch in finanzieller Hinsicht. Das Ziel sei eine Impfquote von rund 70 Prozent in Brandenburg.

Politikerin Nonnemacher warnte vor zu hohen Erwartungen. „Unser Ziel ist es, landesweit so schnell wie möglich hohe Impfraten zu erreichen“, sagte sie. Aber: „Zur Wahrheit gehört auch, dass die Impfung weiter Teile der Bevölkerung viel Zeit und viele Ressourcen in Anspruch nehmen wird.“ Vermutlich werde das Mittel Anfang nächsten Jahres zur Verfügung stehen. „Anfangs werden nur begrenzt Impfdosen verfügbar sein“, sagte die Ministerin.

Nonnemacher sprach von einem Kraftakt. Das Land sei auf Unterstützung aller Kräfte im Gesundheitswesen, von Hilfsorganisationen, der Bundeswehr und des Zivil- und Katastrophenschutzes angewiesen, so die Ministerin. Besonders für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sei die Impfstrategie eine enorme zusätzliche Belastung.

Noch in diesem Jahr könnte die Lieferung beginnen

Die EU-Kommission hatte zuletzt den Rahmenvertrag gebilligt, dass Deutschland und die übrigen EU-Staaten bis zu 300 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs der Firmen Biontech und Pfizer kaufen. Die beiden Firmen wollen noch in diesem Jahr mit der Lieferung beginnen – wenn sie eine europäische Zulassung der Arzneimittelbehörde EMA bekommen. Für Brandenburg sollen rund drei Millionen Ein-Milliliter-Spritzen, über 3,5 Millionen Alkoholtupfer sowie Kühlcontainer beschafft werden. Erste Bestellungen sind laut Ministerium bereits getätigt. In Brandenburg ist die Zahl neuer Corona-Ansteckungen unterdessen leicht zurückgegangen, bleibt aber auf relativ hohem Niveau. Von Donnerstag bis Freitag seien 421 neue bestätigte Fälle hinzugekommen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Zahl neuer Ansteckungen je 100 000 Einwohner in einer Woche ist für Brandenburg wieder unter die Marke von 100 gefallen und liegt bei rund 97. In Potsdam stieg dieser Wert mit 37 Neuinfektionen auf wieder über 90. Den Spitzenwert hat der Landkreis Spree-Neiße mit knapp 198. Landrat Harald Altekrüger (CDU) rief die Bewohner des Landkreises dazu auf, die Hygienebestimmungen einzuhalten. Die Mittel im Kampf gegen das Virus – Krankenhäuser und Gesundheitsämter –, „drohen wir gerade zu verlieren“, warnte er. (mit dpa)