Fußball : Paderborn wird trotz Niederlage gegen Freiburg gefeiert

Paderborn (dpa) – Nur selten wird eine Mannschaft in der Fußball-Bundesliga auch trotz einer Niederlage so bejubelt.

Freiburgs Torschütze Nils Petersen (M) feiert seinen Treffer zum 1:2 gegen den SC Paderborn. Foto: Friso Gentsch
Freiburgs Torschütze Nils Petersen (M) feiert seinen Treffer zum 1:2 gegen den SC Paderborn. Foto: Friso Gentsch

Kurz nach dem 1:3 Kurz nach dem 1:3 (1:2) gegen den SC Freiburg zog Steffen Baumgart seine Spieler vor dem Fanblock in einem Kreis zusammen. Und der Trainer des SC Paderborn musste dort schon sehr laut brüllen, um verstanden zu werden. Denn die Anhänger feierten sein Team mit lauten Rufen.

Zum zweiten Mal hat der Aufsteiger in der Ersten Liga einen starken bis fulminanten Auftritt hingelegt - und zum zweiten Mal hat er am Ende verloren. „Ich kann Paderborn nur ein Kompliment machen, obwohl sie keine Punkte haben”, sagte auch Freiburgs Trainer Christian Streich. „Paderborn hat stark gespielt, mit extrem viel Tempo.”

Dass dieses Spiel mit 3:1 für Freiburg ausging und nicht etwa mit 4:2 für Paderborn, lag tatsächlich in erster Linie an dem SCP selbst. Denn nach dem frühen 1:0 durch Streli Mamba in der dritten Minute vergab der Aufsteiger eine dicke Chance nach der anderen, während Freiburg darauf vor 14.322 Zuschauern mit geradezu chirurgischer Kühle antwortete. Zunächst traf U21-Nationalspieler Luca Waldschmidt per Handelfmeter zum 1:1 (21.). Dann drehten Nils Petersen (40.) und Chang-Hoon Kwon (90.+1) das Spiel endgültig. Mit zwei Siegen war der Sport-Club zuvor noch nie in eine Bundesliga-Saison gestartet.

„Das Ergebnis stimmt nicht mit dem Spiel überein”, sagte Paderborns Innenverteidiger Uwe Hünemeier. „Es hat heute nicht die bessere, sondern die cleverere Mannschaft gewonnen.”

Daraus können die Paderborner nun zwei Lehren ziehen. Zum einen: Der bedingungslos offensive Stil, dieses „Vollgas! Drauf! Aggressivität! Und den Gegner nerven, nerven, nerven”, wie es Christian Streich vorher beschrieben hatte, funktioniert auch in der Ersten Liga. Paderborn fehlt es noch an Kaltschnäuzigkeit, nicht an Klasse. „Ich mache mir absolut keine Sorgen, dass wir noch kommen werden”, meinte auch der starke Offensivspieler Christopher Antwi-Adjei.

Zum anderen gilt aber auch: „Wir müssen lernen, nicht mehr so viele Fehler zu machen”, wie Baumgart sagte. „Es geht darum, nicht jede Woche Blumen zu kriegen, sondern auch Punkte.”

Der Paderborner Trainer hatte dabei nicht nur die vielen vergebenen Chancen durch Mamba (9./28.), Sven Michel (17.), Christopher Antwi-Adjei (17.) oder Jamilu Collins (70.) im Sinn, sondern auch die drei Patzer, die jeden einzelnen der Freiburger Treffer begünstigten. „In der Bundesliga fällt es schwer, so etwas auszubügeln”, sagte der daran besonders beteiligte Kapitän Christian Strohdiek. Vor allen drei Gegentoren merkte man seinem Team an, dass es vor zwei Jahren noch in der 3. Liga gespielt hat. „Wir haben die Erfahrung nicht. Also müssen wir sie sammeln”, meinte Baumgart. „Jetzt fahren wir nächste Woche nach Wolfsburg und versuchen es dort wieder.”

Was sonst noch hängenblieb? Baumgart ist in dieser Saison der erste Bundesliga-Trainer, der wegen Protestierens vom Schiedsrichter eine Gelbe Karte gezeigt bekam (45.+1). Und Freiburg ist vorerst der erste Verfolger des Tabellenführers Borussia Dortmund. „Wir sind im Moment in einer Situation, in der das Pendel zu uns 'rüberschlägt”, sagte Trainer Christian Streich. „Das war zuletzt auch schon gegen Magdeburg und gegen Mainz so. Aber wir wissen, wo wir herkommen.”

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