• Willkommen auf dem Schreifeld: Angst vor Dreck und Krach beim Lollapalooza

Willkommen auf dem Schreifeld : Angst vor Dreck und Krach beim Lollapalooza

André Görke
Feiern im Westend. Das Festival Lollapalooza zieht aufs Maifeld.
Feiern im Westend. Das Festival Lollapalooza zieht aufs Maifeld.Foto: G. Fischer/dpa

Berlin - Erst Helene Fischer und Beyoncé, zuletzt die Leichtathletik-EM, bald Saisonauftakt von Hertha BSC … kurzum: Ordentlich was los im Olympiastadion, und das nächste Großereignis steht auch schon im Terminkalender. Datum: 8. und 9. September. Der Name: Lollapalooza.

In gut drei Wochen findet dieses Festival tief im Westen der City West statt, im Stadion und auch auf dem Maifeld. „Wir erwarten pro Tag 70 000 Leute“, erzählt Lollapalooza-Sprecher Tommy Nick. „Wir sind superhappy, wir haben ja erst vor vier Jahren in Berlin angefangen – damals mit 40 000 Leuten pro Tag.“

Unsicher sind allerdings noch die Anwohner in den bürgerlich-ruhigen Vierteln rund ums Stadion, was sie da eigentlich genau erwartet. Sie haben deshalb den Berliner CDU-Politiker Andreas Statzkowski in die Spur geschickt, der im Abgeordnetenhaus alle paar Wochen nach dem aktuellen Planungsstand fragt – schließlich gab es in den ersten drei Jahren Ärger: In Tempelhof waren am ersten Festivaltag einst viele Toiletten kaputt, beim zweiten Mal im Treptower Park gab’s Krach um den Lärm. Und beim letzten Mal war der Reisefrust hoch, weil die Züge nach Hoppegarten selten kamen.

Jetzt also das Olympiastadion – kein improvisierter Event-Ort, sondern eine klassische Veranstaltungsstätte. Die Besucherzahl von rund 70 000 Leuten pro Tag liege „unter der Kapazität des Olympiastadions und des Olympiaparks als erprobte sowie bewährte Veranstaltungsörtlichkeit mit einer prinzipiellen Kapazität für sechsstellige Besucherzahlen und einer guten Infrastruktur, welche den An- und Abstrom der Besucherinnen und Besucher grundsätzlich störungsfrei bewältigen lässt“, schreibt Staatssekretärin Sabine Smentek, SPD, für den Senat an Statzkowski.

Ein kombiniertes Festivalticket inklusive BVG/S-Bahn-Aufdruck – wie etwa bei Hertha BSC – gibt es allerdings auch 2018 nicht. Die Veranstalter konnten sich mit dem Verkehrsverbund nicht über die Mehrkosten einigen und gehen davon aus, dass die Besucher ihr Ticket selbst zahlen – oder eh eine Monatskarte haben. Und die Toilettenfrage? Alle Sanitäranlagen im und auch rund ums Stadion seien geöffnet. Was den Lärmschutz angeht: Am Sonnabend darf bis 23 Uhr Musik gespielt werden (Smentek: „Eine achtstündige Nachtruhe ist gewährleistet, weil auf die verschobene Nachtzeit ein arbeitsfreier Tag folgt“); am Sonntag ist um 22 Uhr Schluss.