• Weniger Zulauf für BraMM: Vor allem Neonazis marschieren durch Brandenburg

Weniger Zulauf für BraMM : Vor allem Neonazis marschieren durch Brandenburg

Der Pegida-Ableger BraMM in Brandenburg/Havel zieht immer weniger Menschen an. Vor allem Neonazis beteiligen sich am Protest, nur noch wenige Bürger sind gekommen.

An der BraMM-Kundgebung am 26. Januar nahmen noch 150 Demonstranten teil. Nun waren es deutlich weniger.
An der BraMM-Kundgebung am 26. Januar nahmen noch 150 Demonstranten teil. Nun waren es deutlich weniger.Foto: dpa

Brandenburg/Havel - Zum dritten Mal in Folge zogen am Montag die „Brandenburger für Meinungsfreiheit und Mitbestimmung“ (BraMM) durch die Straßen von Brandenburg/Havel. Auffällig diesmal: Es beteiligten sich nur noch wenige Bürger an dem Protest, vor allem Neonazis zählten zu den 80 Teilnehmern der Demonstration. Unter den Protestierenden befanden sich im Gegensatz zur Vorwoche auch wieder Schilder der Neonazi-Kampagne „Ein Licht für Deutschland“, die in den vergangenen Wochen bundesweit an Demonstrationen der Pegida-Bewegung teilnahm.

Bei einer ersten Aktion der Kampagne – einem unangemeldeten Fackelmarsch durch das brandenburgische Gransee – hatte sich der Zwillingsbruder des mutmaßlichen NSU-Unterstützers André Eminger, Maik Eminger, als federführend gezeigt. Szenebeobachter gehen davon aus, dass auch er es war, der beim ersten BraMM-Marsch Fotos für die Facebook-Seite von „Ein Licht für Deutschland“ schoss. Am Montag war Eminger selbst zwar nicht dabei, aber nur wenige Schritte vor dem Transparent der Kampagne lief eine andere bekannte Szenegröße: der Sänger der Potsdamer Rechtsrock-Band Preussenstolz, Patrick D. Die Band wurde vor wenigen Jahren aufgrund ihrer häufigen bundesweiten Aufritte vom Verfassungsschutz als aktivste rechtsextreme Band aus Potsdam eingestuft.

BraMM findet wieder statt - trotz sinkender Teilnehmerzahl

Außerdem beteiligte sich auch wieder der Berliner Sascha L. an dem Protestaufzug. Bei der ersten BraMM-Demonstration vor zwei Wochen erhielt er nach dem Zeigen des Kühnengrußes eine Anzeige wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Viele weitere Demonstrationsteilnehmer fielen durch Kleidung der bei Neonazis beliebten Marke „Thor Steinar“ auf. Unter den 80 Teilnehmern waren Medienberichten zufolge insgesamt 50 rechtsextrem – also nur 30 Personen, die nicht dem Neonazi-Spektrum zuzurechnen sind. Ungeachtet der Tatsache, kaum noch Bürger mobilisieren zu können, hat Organisator Heiko Müller (Die Republikaner) für die kommende Woche erneut eine Demonstration angemeldet – auch ein Signal.

Erneut gab es eine Gegenkundgebung am Abend. Etwa 250 BraMM-Gegner protestierten unter dem Motto "BraMM aus der Stadt fegen". Laut Stadtverwaltung rief die Koordinierungsgruppe für Demokratie und Toleranz in der Stadt zum Gegenprotest auf.

 

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