• Weiter Kritik an neuem Lehrplan für Brandenburg und Berlin: Im Fach Geschichte wurde nachgebessert

Weiter Kritik an neuem Lehrplan für Brandenburg und Berlin : Im Fach Geschichte wurde nachgebessert

Potsdam/Berlin - Der erste Entwurf des Rahmenlehrplans sorgte für mächtig viel Wirbel, jetzt liegt er in überarbeiteter Form vor. Insgesamt sieben Themenfelder seien nach rund 8000 kritischen Rückmeldungen und 130 Sitzungen nachgearbeitet worden, bestätigte Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) am Sonntag einen Bericht der „Märkischen Oderzeitung“ (Samstag). Kritik an der Geheimhaltung des überarbeiteten Lehrplans wies Baaske zurück. Von Verschlusssache könne gar keine Rede sein, erklärte Baaske am Sonntag. Es habe zahllose Sitzungen zu dem Thema gegeben. Auch wenn der Plan inhaltlich stehe, müsse noch an dem Papier gearbeitet werden. Im Dezember soll der Rahmenlehrplan unterschrieben werden, so Baaske.

Der erste Anlauf war nach Protesten von Lehrern, Eltern, Schülern und Verbänden zurückgezogen worden. Sie kritisierten unter anderem, dass mehrere Fächer in den Klassen fünf und sechs zu einem zusammengefasst werden sollten. Außerdem sei das Notensystem infrage gestellt worden. Deshalb wurde die Einführung des Lehrplans für die Klassen 1 bis 10 auf das Schuljahr 2017/18 verschoben. Er soll für alle Schultypen gelten.

So fand im neuen Entwurf der Protest der Geschichtslehrer Gehör. Sie hatten moniert, dass Inhalte anstatt chronologisch nur noch themenbezogen vermittelt werden sollten. Jetzt soll wieder der Reihenfolge nach unterrichtet werden. Die Chronologie werde aber mit dem „Längsschnitt“-Ansatz unterlegt. Neu ist das Thema Sexualerziehung. Lesben- und Schwulenverbände hatten den ersten Entwurf kritisiert, weil das Thema sexuelle Vielfalt kaum Berücksichtigung finde. Auch das Thema Leistungsbewertung sei überdacht worden.

Der Ärger ist trotz der Überarbeitung nicht vom Tisch. „Der neue Lehrplan wird wie eine Verschlusssache behandelt, obwohl davon allein in Berlin 30 000 Lehrer betroffen sind“, zitiert die „Berliner Morgenpost“ (Samstag) einen Geschichtslehrer. „Auch wir fühlen uns außen vor gehalten vom Bildungsministerium“, kritisierte Günter Kolende vom Brandenburger Geschichtslehrerverband im selben Blatt. dpa

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