• Weihnachtsmärkte in Brandenburg: Strenge Auflagen und kein "Blauer Lichterglanz"

Weihnachtsmärkte in Brandenburg : Strenge Auflagen und kein "Blauer Lichterglanz"

Viele Gemeinden in Brandenburg haben den Weihnachtsmarkt abgesagt. Auch der "Blaue Lichterglanz" in Potsdam fällt aus. Dort, wo der Budenzauber stattfindet, werden strenge Besuchsregeln aufgestellt

Anna Kristina Bückmann
In Potsdams Brandenburger Straße gibt es in diesem Jahr keinen "Blauen Lichterglanz"
In Potsdams Brandenburger Straße gibt es in diesem Jahr keinen "Blauen Lichterglanz"Foto: Manfred Thomas

Potsdam - Absperrungen, Einlasskontrollen und Alkoholverbot? Die Weihnachtsmärkte in Brandenburg werden in diesem Jahr anders stattfinden als gewohnt - wenn sie denn überhaupt stattfinden. Viele Städte und Gemeinden haben aus Sorge um die Gesundheit der Besucher die traditionelle Veranstaltung um die Adventszeit abgesagt. Manche überlegen sich Alternativkonzepte.

Potsdam hat sich am Dienstag nach langem Hin und Her dazu entschlossen, den Weihnachtsmarkt „Blauer Lichterglanz“ in der Brandenburger Straße in der Innenstadt abzusagen. „Mit der aktuellen Entwicklung der Infektionszahlen ist es überhaupt nicht vereinbar, sich durch lange Einkaufsstraßen zu schlängeln, zu denen man keine Eingangsbeschränkungen haben kann“, sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow. Derzeit überlege man, ob es eine Alternative an einem anderen Ort geben kann, wo bestimmte Hygienekonzepte umsetzbar seien und man mit Gittern den Einlass von Gästen kontrollieren könne, sagte Brunzlow. Möglich ist demnach auch ein Alkoholverbot.

Ob andere Weihnachtsmärkte in der Landeshauptstadt stattfinden, soll nach Angaben der Stadt in Gesprächen mit den Betreibern in dieser Woche vereinbart werden.

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Weihnachtsmarkt in Cottbus soll stattfinden

Im rund 130 Kilometer entfernten Cottbus denkt man nach Stadtangaben über vieles nach, was den Weihnachtsmarkt dieses Jahr möglich macht. Ob auch ein Alkoholverbot dazu gehört, sei jedoch noch offen, so Sprecher Jan Gloßmann. Der Weihnachtsmarkt soll stattfinden - „allerdings immer mit Blick auf das dann aktuelle Infektionsgeschehen“, angepasstem Hygienekonzept und vor allem Abstandsregeln und Besuchersteuerung.

Unsicherheit herrscht noch in Frankfurt (Oder). Den verantwortlichen Fachebenen der Stadtverwaltung liege gegenwärtig ein Antrag auf Durchführung eines Weihnachtsmarktes vor, teilte die Stadt mit. Das Prüfverfahren laufe noch. Auch über Alternativkonzepte berate man sich. Möglicherweise könnte die Veranstaltung entzerrter über die Stadt verteilt stattfinden.

Weihnachtsmann hält Kindern die Treue

In Oranienburg wird es keinen adventlichen Budenzauber geben. Zumindest der traditionelle Weihnachtsmarkt auf dem Schlossplatz fällt nach Stadtangaben aus. Mit der Veranstaltung „Winterträume im Advent - Lichtkunst und Kulinarik im Schlosspark“ soll es vom 4. bis zum 13. Dezember eine Alternative geben. Alkohol soll dort - zumindest bislang -erlaubt sein.

Auch am traditionsreichsten Ort Himmelpfort soll es dieses Jahr keinen Weihnachtsmarkt geben. Der Weihnachtsmann halte allen Kindern trotz Corona die Treue, so Anke Blenn, Sprecherin der Deutschen Post DHL. Er reise wie gewohnt Mitte November 2020 vom Nordpol nach Himmelpfort, um dort mit seinen 20 Helferinnen die Wunschzettel der Kinder zu beantworten. Ein Besuch des Weihnachtsmannes und eine öffentlich zugängliche Weihnachtspostfiliale werde es aufgrund der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus in diesem Jahr aber nicht geben.

Bernau plant Markt in der Innenstadt

Anders in Bernau bei Berlin: Die Stadt plant nach eigenen Angaben in der Innenstadt einen Weihnachtsmarkt - unter den gegebenen Bestimmungen. Um dichtes Gedränge zu vermeiden, soll der Markt in diesem Jahr von vier auf zehn Tage (4. bis zum 14. Dezember) verlängert und auch räumlich entzerrt werden. Aus Sicht von Bernaus Bürgermeister André Stahl ist es „das falsche Signal, weiterhin alle Veranstaltungen mit der Begründung der Pandemie abzusagen“. „Das schürt bei den Menschen zunehmend Frustration und befördert die Entstehung illegaler Partys und Treffen.“

Jens Graf, Geschäftsführer vom Städte- und Gemeindebund Brandenburg findet, dass Kommunen, die die Märkte aus Schutz für die Bevölkerung absagen, nicht kritisiert werden dürfen. „Wir wissen nicht, wie sich das Infektionsgeschehen weiter entwickelt“, sagte er. Jede Kommune müsse für sich entscheiden, ob sie einen Weihnachtsmarkt unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln durchführen könne. Ein Alkoholverbot als milderes Mittel zu einem kompletten Ausfall findet er nachvollziehbar.

Die Industrie- und Handelskammer Potsdam ermutigt Veranstalter und Betreiber von Weihnachtsmärkten und Stadtfesten, ihre Veranstaltungen nicht vorschnell abzusagen. Man wende sich jetzt an zahlreichen Entscheidungsträger in der Region und wolle dazu animieren, gemeinsam mit der regionalen Wirtschaft passende Lösungen für die Wintersaison zu finden, so IHK-Präsident Peter Heydenbluth. Die Kammer habe konkrete Vorschläge zusammengefasst, um hygienekonforme Veranstaltungen zu ermöglichen. Dazu gehörten Fördermittel für moderne Raumfiltersysteme und verlängerte Öffnungszeiten. (dpa)

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