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Waldbrand bei Jüterbog : „Überall sind Glutnester, es gibt keine Entwarnung“

Die Feuerwehr kämpft rund um die Uhr gegen den Großbrand bei Jüterbog. Allein am Donnerstag haben Hubschrauber fast 200.000 Liter Wasser abgeworfen.

Silke Nauschütz Daniel Möglich
Ein CH53 Hubschrauber der Luftwaffe fliegt während eines Löscheinsatzes über Frankenförde bei Jüterbog.
Ein CH53 Hubschrauber der Luftwaffe fliegt während eines Löscheinsatzes über Frankenförde bei Jüterbog.Foto: Christoph Soeder/dpa

Jüterbog - Andauernde Hitze und kein kräftiger Regen in Sicht: Für die Feuerwehrleute wird der Kampf gegen den Großbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz nahe Jüterbog zur Geduldsprobe. Es brennt auf einer Fläche von rund 800 Hektar. Aktuell müssen nach Feuerwehrangaben Glutnester ausfindig gemacht und Kontrollfahrten unternommen werden. "Überall sind Glutnester, es gibt keine Entwarnung", sagte die Landrätin des Landkreises Teltow-Fläming, Kornelia Wehlan (Linke) am Freitag. "Wir haben gemeinsam mit den Feuerwehren der verschiedenen Landkreise bis Mittwoch den Dienst durchgeplant."

Die Einsatzkräfte hatten gehofft, der Regen am Donnerstag würde helfen, das Feuer einzudämmen. Doch die kleineren Niederschläge vor Ort brachten nur eine Atempause. Das Feuer habe sich nach Angaben der Feuerwehr zwar nicht weiter ausgebreitet, es bestehe aber weiter die Großschadenslage, sagte Wehlan. "Wir sind noch nicht am Ende der Hitzeperiode. Keiner kann in die Glaskugel schauen." Ausreichend regnen soll es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in den kommenden Tagen nicht.

Bundespolizei war mit drei Hubschraubern im Einsatz

174 Feuerwehrleute sind mit 36 Fahrzeugen im Einsatz. Hilfe bei den Löscharbeiten bekamen sie in den vergangenen Tagen von Feuerwehren aus zahlreichen Landkreisen Brandenburgs, darunter aus der Prignitz, Oberhavel, Märkisch-Oderland, Barnim und Cottbus. Es gebe eine große Hilfsbereitschaft, sagte Landrätin Wehlan. Auch das Technische Hilfswerk sei zur Unterstützung vor Ort.

Die Bundespolizei unterstützte die Löscharbeiten am Freitag mit drei Hubschraubern, die Wasser über dem Waldstück abwarfen. "Bilanz vom gestrigen Tag: 148.148 Abwürfe = 180.000 Liter Löschwasser", hieß es bei Twitter. Die Bundeswehr war mit einem Bergepanzer vor Ort.

Feuerwehren aus zahlreichen Landkreisen im Einsatz

In den vergangenen Tagen hatten Feuerwehren aus zahlreichen Landkreisen Brandenburgs die Einsatzkräfte unterstützt, darunter aus der Prignitz, Oberhavel, Märkisch-Oderland und Cottbus.

"Wir sind noch nicht am Ende der Hitzeperiode. Keiner kann in die Glaskugel schauen", sagte Wehlan mit Blick auf das Pfingstwochenende. "Wir haben gemeinsam mit den Feuerwehren der verschiedenen Landkreise bis Mittwoch den Dienst durchgeplant."

Es wird stärkerer Rauchentwicklung gerechnet

Im Laufe des Freitags wurde nach ihren Angaben - insbesondere durch mehr Sonneneinstrahlung - wieder mit stärkerer Rauchentwicklung gerechnet. Anwohner sollten sich entsprechend darauf einstellen. Erneuter Regen ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes am Freitag nicht in Sicht.

Der kleinere Brand in Altsorgefeld im Amt Dahme/Mark ist unter Kontrolle. Auch dort hat der Regen den Angaben zufolge für Entlastung gesorgt. Auch dort gebe es aber noch Glutnester.

Der ehemalige Truppenübungsplatz bei Jüterbog wurde von 1864 bis 1992 militärisch genutzt. Dort lagert nach Angaben des Kampfmittelbeseitigungsdienstes noch heute Munition aller Art, darunter sollen nach Angaben der Stadt Jüterbog U-Boot Munition und Torpedos sein. Blindgänger blieben einfach liegen, alte Kampfmittel bildeten mittlerweile eine dicke Schicht im Erdboden. In den vergangenen Jahrzehnten verrotteten sie und wurden damit unberechenbar.

Brandenburg ist nach Angaben des Innenministeriums das Land mit dem höchsten Anteil an kampfmittelbelasteten Gebieten in Deutschland. Rund 392 000 Hektar seiner Gesamtfläche gelten noch als belastet. Schwerpunkte sind die Landkreise Teltow-Fläming, Märkisch-Oderland, Dahme-Spreewald und Oder-Spree sowie die Städte Potsdam und Oranienburg. (dpa)