• Waldbrände wüten in Brandenburg Bereits jetzt hat es mehr gebrannt als 2017

Brandenburg : Waldbrände wüten in Brandenburg Bereits jetzt hat es mehr gebrannt als 2017

Ohne Pause. Viele Feuerwehrleute sind seit Tagen im Dauereinsatz.
Ohne Pause. Viele Feuerwehrleute sind seit Tagen im Dauereinsatz.Foto: Patrick Pleul/dpa

Lieberose/Zossen - Das Ausmaß des riesigen Brandes auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Südbrandenburg wird immer größer. Inzwischen seien zwischen 350 und 400 Hektar Flächen der Lieberoser Heide, nördlich von Cottbus, betroffen, teilte die lokale Oberförsterei am Donnerstag mit. Es könne noch keine Entwarnung gegeben werden. Der Brandalarm ging kurz nach 11 Uhr ein, danach weitete sich das Feuer immer weiter aus. Das Problem: Es sind laut Oberförsterei Munitionsverdachts-Flächen betroffen, so dass die Feuerwehrleute nicht zu den Brandstellen direkt fahren können.

Seit Jahresbeginn gab es bereits rund 210 Waldbrände, wie der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Raimund Engel sagt. In der vergangenen Saison waren es rund 140. Vergleichbar war die Situation in den vergangenen 15 Jahren nur 2003 und 2015, als 679 beziehungsweise 315 Brände gezählt wurden. In den vergangenen Tagen kam es bereits vor, dass in allen Regionen des Bundeslandes die höchste Waldbrandgefahrenstufe galt.

Die andauernde Trockenheit sei außergewöhnlich, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte. „Wir hatten schon im März die ersten Waldbrandgefahrenstufen wegen Trockenheit. Das zog sich durch bis jetzt.“ Brandenburg ist das bundesweit am stärksten von Waldbrand gefährdete Bundesland. Das liege an den sandigen Böden, einem eher trockenen Klima und dem hohen Anteil an Kiefernwäldern. Auch in den nächsten Tagen soll es in Brandenburg trocken bleiben.

Für die Feuerwehrleute bedeutet das weiter Stress. In der Landes-Waldbrandzentrale in Wünsdorf, einer von sechs im Land, wurde bereits am Mittwoch ein Großbrand im Raum Storkow im Landkreis Oder-Spree entdeckt. Es erstreckte sich über rund 100 Hektar Feld- und Waldfläche, die Nachlöscharbeiten erstreckten sich bis Donnerstag. Laut Engel handelte es sich um den bis dahin größten Wald- und Feldbrand – Stunden später war diese Aussage bereits überholt.

Engel hat noch weitere Sorge. Derzeit sind hunderte Feuerwehrleute fast täglich im Einsatz, 98 Prozent von Freiwilligen Feuerwehren. Bei Einsätzen am Tag werden sie von ihren Arbeitsplätzen weggerufen. Gleichzeitig gibt es in Brandenburg Nachwuchssorgen bei der Feuerwehr. „Im Moment sind noch genug Kräfte da, um die Brände zu bekämpfen“, sagt Engel. Aber wenn es über den Sommer weiterhin so viel brennt, spitze sich die Lage zu. Engel formuliert es positiv: „Ich wünsche mir, dass sich viele in den Freiwilligen Feuerwehren engagieren.“ dpa

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