• Während der Coronakrise: Mehr Fälle von häuslicher Gewalt in Brandenburg 

Während der Coronakrise : Mehr Fälle von häuslicher Gewalt in Brandenburg 

Körperliche, sexuelle und psychische Gewalt, bei der Täter und Opfer in enger Beziehung stehen - darum geht es bei häuslicher Gewalt. Das Innenministerium hat Informationen, wie sich die Fallzahlen von Januar bis Juni 2020 entwickelt haben.

Symbolbild.
Symbolbild.Foto: Sebastian Gollnow/dpa



Potsdam (dpa/bb) - In Brandenburg hat die Zahl der registrierten Fälle von häuslicher Gewalt im ersten Halbjahr - und damit auch während der Coronakrise - zugenommen. Die Tendenz sei steigend im Vergleich zum Vorjahr, berichtete das Innenministerium in Potsdam auf Anfrage. „Dies betrifft besonders die Fälle von Körperverletzung.“ Den Hauptanteil hätten bisher Leichtverletzte ausgemacht, das Verhältnis von Leicht- und Schwerverletzten sei etwa gleichbleibend.

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Von Januar bis Juni 2019 hatte die Polizei 2204 Fälle häuslicher Gewalt gezählt. Konkrete Zahlen unterhalb eines Jahres veröffentlicht das Ministerium nicht und verweist darauf, dass die Zahlen erst im darauffolgenden Jahr endgültig feststünden.

Im ersten Halbjahr 2020 mehr Straftaten gegen das Leben 

Unter häusliche Gewalt fallen nach Angaben des Ministeriums alle Formen physischer, sexueller und psychischer Gewalt - auch gegen Sachen - gegenüber Menschen, die in enger persönlicher Beziehung zu dem stehen oder gestanden haben, von dem die Gewalt ausgeht. 

Im ersten Halbjahr hätten Straftaten gegen das Leben in Brandenburg zugenommen, berichtete das Ministerium. Die Fallzahlen lägen im einstelligen Bereich. Zu diesen Straftaten werden zum Beispiel Mord und Totschlag gezählt.

Die Zahlen der Fälle von Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit - dazu zählen etwa Raub und Körperverletzung - seien ebenfalls gestiegen. Sie lägen im unteren vierstelligen Bereich.

Weniger Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung

Abgenommen haben demnach die Zahl der registrierten Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung - dazu gehört zum Beispiel sexueller Missbrauch - sowie von Fällen nach dem Gewaltschutzgesetz - etwa gegen ein Kontaktverbot - und von Diebstahlfällen. Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung liege im oberen zweistelligen Bereich.


Das Frauenministerium hatte im Juni Zahlen veröffentlicht, nach denen die Zahl der Anzeigen wegen häuslicher Gewalt zwischen dem 16. März und dem 17. Mai um 22,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum stieg. Drei Frauen seien in dem Zeitraum getötet worden.

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