• Verteilzentrum für Flüchtlinge am BER: ILA in Selchow ist nicht in Gefahr

Verteilzentrum für Flüchtlinge am BER : ILA in Selchow ist nicht in Gefahr

Auf Selchow könnte auf dem ILA-Messegelände ein Flüchtlingsdrehkreuz entstehen. Nun stellt Brandenburgs Landesregierung klar: Die Ausstellung wird Anfang Juni dennoch stattfinden. Vorbild ist das Oktoberfest in München.

Alexander Fröhlich
Die Luftfahrtschau ILA 2014 auf dem Südgelände des Flughafens Berlin-Schönefeld.
Die Luftfahrtschau ILA 2014 auf dem Südgelände des Flughafens Berlin-Schönefeld.Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Potsdam - Ein mögliches Verteilzentrum für Flüchtlinge in Ostdeutschland in Selchow wird die Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) geht fest davon aus, dass die nächste ILA vom 1. bis 4. Juni stattfindet. Der Verband verwies auf eine entsprechende Rahmenvereinbarung mit Berlin und Brandenburg, wonach bis 2020 alle zwei Jahre die ILA auf dem Gelände in Selchow abgehalten wird.

Entscheidung über Verteilkreuz auf Flüchtlingsgipfel

Überdies stehe erst nach dem Flüchtlingsgipfel in der kommenden Woche fest, ob ein Verteilzentrum in Schönefeld gebraucht werde, hieß es aus der Staatskanzlei in Potsdam. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) müsse dann erklären, ob die Verteilzentren überhaupt noch gebraucht werden. Zumal der Bund zugesagt habe, 40 000 Plätze für die Erstaufnahme schaffen. Selbst wenn auf dem ILA-Gelände und in den Messehallen dort ein Verteilzentrum errichtet werden müsse, sei klar, dass für die ILA das Gelände wieder geräumt werden müsse.

Schon jetzt kommen Flüchtlinge per Zug nach Schönefeld

Wie berichtet waren in den vergangenen Tag mehrfach Züge mit Flüchtlingen aus München in Schönefeld eingetroffen, von wo sie auf Brandenburg und Berlin verteilt werden. Das nahe gelegene Messegelände erscheint den Behörden als Verteilzentrum geeignet, Brandenburg hat sich bereits einverstanden erklärt. Auch die Bundeswehr hat den Standort schon erkundet. Soldaten könnten beim Transport und Aufbau von Zelten oder Betten helfen, hieß es. Selbst Essen könnte in nahe gelegenen Kasernen zubereitet werden. Sogar ärztliche Untersuchungen von Flüchtlingen sind für die Bundeswehr vorstellbar. Trotz leerer Messehallen an der BER-Südbahn wäre noch viel zu tun. Laut Messe Berlin gibt es zwar Toiletten, aber keine Duschen.