• Verschärfung der Corona-Maßnahmen: Brandenburg will 2G-Regel einführen

Verschärfung der Corona-Maßnahmen : Brandenburg will 2G-Regel einführen

Die neue Corona-Verordnung soll am Donnerstag beschlossen werden. Ob es wieder eine Maskenpflicht an Grundschulen geben wird, ist noch nicht entschieden.

Oliver von Riegen
Ein Mund-Nasen-Schutz im Herbstlaub.
Ein Mund-Nasen-Schutz im Herbstlaub.Foto: Ottmar Winter PNN

Potsdam - Brandenburg will die Corona-Beschränkungen für Ungeimpfte verschärfen und teilweise die 2G-Regel einführen. Das Kabinett in Potsdam verständigte sich am Dienstag darauf, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt zu Diskotheken, Clubs und Festivals haben sollen. Am Donnerstag soll die formelle Entscheidung dafür fallen - auch ob dann noch Gaststätten und Hotels zur 2G-Regel hinzukommen. Die Frage der Wiedereinführung der Corona-Maskenpflicht in Grundschulen war zunächst offen. Dazu gab es unterschiedliche Ansichten.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verwies darauf, dass das Kabinett schnell handeln müsse. „Was uns große Sorgen macht (...) ist die hohe Dynamik der Infektion“, sagte er. Zur Maskenpflicht in Grundschulen bemerkte Woidke: „Wir entscheiden am Donnerstag.“ Dann findet eine Sondersitzung des Kabinetts statt. Die neue Corona-Verordnung soll ab Montag (15.11.) für drei Wochen gelten.

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Das Kabinett verabredete am Dienstag noch nicht, ob Erst- bis Sechstklässler wieder die Mund-Nasen-Bedeckung tragen sollen. Auch Berlin führt die Pflicht wieder ein. Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hatte sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gegen eine Wiedereinführung gewandt. Aus der CDU waren Bedenken gekommen, weil die 2G-Regel anders als in Sachsen nicht an eine bestimmte Warnschwelle gekoppelt werden soll.

Nonnemacher: Corona nicht auf die leichte Schulter nehmen

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hält eine Einführung der Maskenpflicht an Grundschulen für erforderlich. Sie warnte davor, bei den Schutzmaßnahmen nachlässig zu werden oder Corona auf die leichte
Schulter zu nehmen. Nonnemacher zeigte sich besorgt angesichts stark steigender Infektionszahlen unter Kindern und Jugendlichen in einigen Landkreisen.

Für die Schulen sei das Ziel, Präsenzunterricht auf jeden Fall aufrechtzuerhalten, sagte Woidke. Geplant sei, Schulkinder künftig dreimal pro Woche zuhause testen zu lassen. Auch über eine mögliche FFP2-Maskenpflicht im Einzelhandel und Vorgaben für Tests in der Pflege solle am Donnerstag entschieden werden.

Angesichts der aktuellen Entwicklungen plädierte Woidke dafür, dass der Bund die kostenlosen Corona-Schnelltests wieder einführt. Zudem wünscht er sich mehr Impfangebote. In Brandenburg sind 61 Prozent der Menschen vollständig geimpft - bundesweit liegt die Mark hinter Sachsen (57,2) auf dem vorletzten Platz. "Deshalb sollten auch Medizinische Versorgungszentren Impfangebote machen. Gespräche wurden dazu bereits geführt. Wir brauchen dringend
Tempo beim Boostern, bei der 3. Impfung ab 60 Jahren", sagte Woidke. 

Inzidenz für Brandenburg bei 245

Die Zahl neuer Corona-Infektionen steigt in Brandenburg derzeit stark: Die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl neuer Ansteckungen je 100 000 Einwohner in einer Woche - kletterte auf 245, der bundesweite Durchschnitt liegt bei knapp 214. Die Warnwerte der Warnampel sind aber noch nicht erreicht: Die Zahl neuer Krankenhauspatienten mit Covid-19 lag am Dienstag bei 3, der Warnwert wird bei 7 überschritten. 

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Der Anteil der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten in Krankenhäusern erreichte 5,1 Prozent, die Warnstufe gilt bei über 10 Prozent. Nonnemacher betonte, von den theoretisch zur Verfügung stehenden 1.032 Intensivbetten in Brandenburgs Krankenhäusern seien derzeit wegen Personalmangel nur 729 tatsächlich belegbar. Am Dienstag vermeldete Brandenburgs Gesundheitsministerium 643 Neuinfektionen.(dpa/mit cmü/epd)

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