• Verockerung stoppen: Schutz der Spree vor braunem Schlamm angelaufen

Verockerung stoppen : Schutz der Spree vor braunem Schlamm angelaufen

Die Rettung der Brandenburgischen Spree in der Lausitz kommt langsam in Schwung: Als eine der ersten Maßnahmen holt ein Bagger derzeit den braunen Schlamm aus der Wudritz.

Rostbrauner Mühlenfließ: Die so genannte Verockerung entsteht, wenn in stillgelegten Tagebauen und Kippen Schwelkies verwittert.
Rostbrauner Mühlenfließ: Die so genannte Verockerung entsteht, wenn in stillgelegten Tagebauen und Kippen Schwelkies verwittert.Foto: Alexander Fröhlich

Lübbenau - Die Spree in der Lausitz soll vor dem braunem Schlamm aus alten Tagebauflächen geschützt werden - erste Aktionen sind bereits angelaufen. Ein Bagger holt zurzeit den ockerfarbenen Eisenhydroxid-Schlamm aus dem Spree-Nebenfluss Wudritz westlich von Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz). Der Wasser- und Bodenverband „Oberland Calau“ ist hier mit Unterstützung des Bergbausanierers LMBV tätig.

Die Wudritz solle von Willmersdorf-Stöbritz bis zur Ragower Kahnfahrt auf rund 12 Kilometer Länge von dem mit Eisenhydroxid versetzten Schlamm geräumt werden, sagte der LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber am Freitag. Bis Mai sollen es etwa 24 000 Kubikmeter sein.

Die vor allem für Fische und Pflanzen schädliche Verbindung entsteht durch aufsteigendes Grundwasser in den geschütteten Kippenböden. In den nächsten Wochen sollen die Sanierungsarbeiten an der Flussquelle, im Restsee des ehemaligen Braunkohletagebaus Schlabendorf, fortgesetzt werden. Dort soll ein Sanierungsschiff bis nächstes Jahr etwa 35 000 Tonnen einer Kalkmischung ausbringen. Sie bindet das Eisenhydroxid, das auf den Seeboden absinkt und unschädlich wird.

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) hat auf der Basis von Untersuchungen im Lausitzer Kohlerevier einen Maßnahmenkatalog für eine saubere Spree gemeinsam mit den zuständigen Behörden auf den Weg gebracht. Er umfasst jeweils zehn Schutzmaßnahmen für den nördlichen und den südlichen Spreeraum mit einem Umfang von 9,5 Millionen Euro bis 2014. Dazu gehören auch Abfangriegel an der Spree, der Kleinen Spree und der Schwarzen Elster. (dpa)

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