Verkehr in Brandenburg : Mehr Raser trotz Corona

Obwohl auf Brandenburgs Straßen weniger los war, stieg die Zahl der Unfälle wegen Tempoverstößen. Bis August krachte es  46.572 Mal.

Die Polizei zog eine ernüchternde Bilanz.
Die Polizei zog eine ernüchternde Bilanz.Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Durch Corona herrschte zeitweise weniger Verkehr auf Brandenburgs Straßen, doch die Raser bremste der Lockdown nicht. Obwohl die Zahl der Unfälle insgesamt in diesem Jahr bislang um 15,8 Prozent zurückging, nahmen Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit zu, und zwar um 10,4 Prozent, wie das Landespolizeipräsidium am Donnerstag mitteilte. 

Damit bleibe überhöhte und unangepasste Geschwindigkeit Hauptursache bei Unfällen mit Verletzten oder Toten, so Ute Döpke, Leiterin des Bereichs Verkehrsangelegenheiten im Polizeipräsidium in Potsdam. „Jeder sechste im Straßenverkehr verletzte und jeder dritte tödlich verunglückte Verkehrsteilnehmer geht auf das Konto von Rasern“, so die Polizeihauptkommissarin. 

Zahl der Todesopfer gleich hoch

Von Januar bis August 2020 krachte es insgesamt 46.572 Mal auf Brandenburger Straßen - im Vorjahreszeitraum waren es etwa 8700 Unfälle mehr. Und dennoch blieb die Zahl der Todesopfer gleich hoch: In den ersten acht Monaten 2019 und 2020 starben jeweils 97 Menschen bei Verkehrsunfällen. 

Bei 1100 Unfällen in diesem Jahr wurde überhöhte Geschwindigkeit als Ursache ermittelt. Danach folgen Missachtung der Vorfahrts- und Abstandsregeln sowie Abbiegefehler. 

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So lange überhöhte Geschwindigkeit eine so entscheidende Rolle in der Verkehrsunfallstatistik spiele, werde die Polizei in den Kontrollen nicht nachlassen, so Ute Döpke. Während der europaweiten Safety Days, einer Kontrollaktion, um die Zahl tödlicher Verkehrsunfälle zu senken, stellte die Brandenburger Polizei allein am Mittwoch mehr als 4000 Tempoverstöße fest. Landesweit wurde an 120 Kontrollstellen die Geschwindigkeit gemessen. Das Ergebnis: Fast jedes dritte Fahrzeug war zu schnell unterwegs. 

253 Beamte am Kontrolltag im Einsatz

Negativer Spitzenreiter innerhalb geschlossener Ortschaften war ein Fahranfänger, der in Simmersdorf (Spree-Neiße) mit 92 km/h auf seinem Motorrad unterwegs war - erlaubten waren 50 Stundenkilometer. Viel zu eilig hatte es auch ein Autofahrer auf der B 5 bei Nauen (Havelland): Er bretterte mit 144 über die Bundesstraße, auf der in dem Abschnitt Tempo 80 gilt. 

Insgesamt waren für den Kontrolltag in Brandenburg 253 Polizeibeamte im Einsatz. 73.825 Fahrzeuge wurde kontrolliert - 4047 Fahrer hielten sich nach Polizeiangaben nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen.

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