• Verkehr in Berlin und Brandenburg: S-Bahn so pünktlich wie selten

Verkehr in Berlin und Brandenburg : S-Bahn so pünktlich wie selten

Die allermeisten S-Bahnen in Berlin fuhren im September sehr pünktlich. Die S7 von und nach Potsdam auch - meistens.

Jörn Hasselmann
Auf der nach Potsdam führenden S-Bahnlinie 7 waren im September nur 94,1 Prozent der Züge pünktlich.
Auf der nach Potsdam führenden S-Bahnlinie 7 waren im September nur 94,1 Prozent der Züge pünktlich.Foto: R. Hirschberger/dpa

Berlin/Potsdam - Die S-Bahn ist im September so pünktlich gewesen wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. 96,1 Prozent der Züge fuhren planmäßig, geht aus einer internen Statistik der Bahn hervor. In den letzten Monaten lagen die Zahlen deutlich schlechter, bei 93 bis 94 Prozent.  Als „pünktlich“ gilt ein Zug beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) wenn er maximal vier Minuten zu spät ist. Die Bahn selbst ist großzügiger, hier gelten bis zu sechs Minuten als pünktlich. Auf der nach Potsdam führenden S-Bahnlinie 7 waren im September nur 94,1 Prozent der Züge pünktlich.

In den kommenden Monaten wird die Strecke der S7 zwischen Potsdam und Berlin allerdings mehrmals gesperrt. Danach soll sie schneller sein.

Qualitätsoffensive S-Bahn zahlt sich offenbar aus

Nach Angaben von Berlins Bahnchef Alexander Kaczmarek wirkt sich die im Juli gestartete „Qualitätsoffensive S-Bahn Plus“ positiv aus. „Seitdem liegen wir immer sauber über 95 Prozent“, sagte Kaczmarek dieser Zeitung. Im Juni waren es 94 Prozent, im Juli verbesserte sich das Ergebnis auf knapp 96 Prozent.

Und ab Dezember wird es noch besser, verspricht Kaczmarek. Ab dem Fahrplanwechsel gibt es zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof wieder vier Gleise. Dieser östliche Teil der Stadtbahn ist der am stärksten befahrene Abschnitt im Netz der S-Bahn – und war wegen Bauarbeiten in den vergangenen Monaten auch das wichtigste Nadelöhr und eine Verspätungsfalle. Die Lage eskalierte am vergangenen Dienstag, als nach einer Vollsperrung die Gleise wieder freigegeben werden sollten. Die Software im Stellwerk stürzte ab, stundenlang fuhr gar kein Zug, tagelang nur eingeschränkt. „Das war fies“, seufzte Kaczmarek am Montag.

Der VBB hatte in seinem zuletzt veröffentlichten Pünktlichkeitsbericht festgestellt, dass sich die Situation zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof „in erheblichem Umfang auf die Pünktlichkeit auswirkt“. Im Jahr 2017 lag die durchschnittliche Pünktlichkeit bei 94,7 Prozent. Im ersten Halbjahr 2018 nur noch bei 94,4. In den Jahren 2013 bis 2016 immer über 95 Prozent.

Bahn investiert 30 Millionen Euro

Um solche technischen Pannen zu vermeiden und den Betrieb pünktlicher zu machen, investiert die Bahn 30 Millionen Euro. Monatelang hatten 50 Mitarbeiter aus fast allen Bereichen nachgedacht, wie der Betrieb verbessert werden kann. Heraus kamen 180 Punkte, die nun bis zum Jahr 2025 umgesetzt werden sollen. 

Manches ging schnell: Im September wurden 1000 als störanfällig ausgemachte Türrelais in sämtlichen Waggons der neuesten Baureihe 481 ausgetauscht. Diese gingen ständig kaputt, die seit den 90er Jahren gebauten Züge mussten dann zur Reparatur aus dem Verkehr genommen werden. Aufgefallen ist der Fehler erst jetzt. Teuer war der Austausch nicht, die Relais kosteten nur 15 Euro pro Stück. (mit Marco Zschieck)