• Unwetter am Sonntag: Fast alle Häuser in Klaistow beschädigt
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Unwetter am Sonntag : Fast alle Häuser in Klaistow beschädigt

Sturm und Gewitter haben in Brandenburg am Sonntagabend schwere Schäden angerichtet - besonders rund um Beelitz. Ein Tornado war es allerdings laut Deutschem Wetterdienst nicht.

Sophia Förtsch Juliane Görsch dpa
Entwurzelte Bäume liegen auf einem Grundstück in Klaistow. In dem brandenburgischen Dorf sei es nach Angaben des DWD schon am frühen Abend extrem stürmisch gewesen.
Entwurzelte Bäume liegen auf einem Grundstück in Klaistow. In dem brandenburgischen Dorf sei es nach Angaben des DWD schon am...Foto: Julian Stähle/dpa

Beelitz - Nach einem Sturm über Brandenburg hat in den besonders schwer betroffenen Orten wie Klaistow bei Beelitz das Aufräumen begonnen. „Die Schäden sind beachtlich, fast alle Häuser in Klaistow sind betroffen, sieben davon schwer“, sagte der Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth (Unabhängiges Kommunalbündnis/Bürger Bündnis Beelitz) am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Ein heftiges Gewitter, das über Brandenburg zog, verursachte am Sonntagabend schwere Schäden. Besonders schwer traf es das Dorf Klaistow (Kreis Potsdam-Mittelmark), das zum Beelitzer Ortsteil Busendorf gehört. Dort wurden zahlreiche Dächer abgedeckt, Bäume entwurzelt, ein Carport stürzte ein. Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach wollte prüfen, ob es sich um einen Tornado handelte. Es habe starken Wind mit heftigen Fallböen gegeben, die 120 Kilometer pro Stunde und mehr erreichen könnten, sagte die Diplom-Meteorologin beim DWD, Jacqueline Kernn. Dadurch könnten auch Dächer abgedeckt werden.

Ein Gewitter hat am Sonntagabend über Teilen Brandenburgs gewütet und besonders im Beelitzer Raum erhebliche Schäden hinterlassen. 
Ein Gewitter hat am Sonntagabend über Teilen Brandenburgs gewütet und besonders im Beelitzer Raum erhebliche Schäden...Foto: Julian Stähle / dpa

„Der Sturm war nur etwa eine (Minute) bis anderthalb Minuten
unterwegs. Da kann man sehen, was die Natur anrichten kann“, sagte
Knuth. Im Nachbardorf Kanin stehe die älteste Feldsteinkirche Brandenburgs. Mehrere Dachziegel seien abgedeckt worden. Auf der Landstraße zwischen Klaistow und Kanin seien acht Bäume entwurzelt worden. Er könne die Lage der Betroffenen gut nachvollziehen, sagte Knuth. „Man ist dem hilflos ausgeliefert.“ Die Feuerwehr habe aber hervorragende Arbeit geleistet. Die Bürger seien außerdem gut organisiert. Alle Betroffenen konnten schon wieder in ihre Häuser zurückkehren. Der Ort hat rund 100 Einwohner. Die Feuerwehr war bis in die späten Abendstunden des Sonntags damit beschäftigt, die Sturmschäden zu beseitigen. Verletzte gab es den Angaben zufolge nicht. 

Eine von einer Sturmböe entwurzelte Birke in Klaistow.
Eine von einer Sturmböe entwurzelte Birke in Klaistow.Foto: Julian Stähle/dpa

Mathias Gedicke, Ortsvorsteher von Klaistow, Kanin und Busendorf, war
am Montag selbst vor Ort. „Alle sind gesund, das ist das Wichtigste
für uns“, sagte er. „Die Häuser sind sehr in Mitleidenschaft gezogen,
aber die kann man reparieren, da sind wir fleißig dabei.“ Er
schätzte, dass die Aufräumarbeiten noch zwei bis drei Tage in
Anspruch nehmen.

Keine Anzeichen für Tornado

Medien hatten zuvor berichtet, dass die Schäden in Klaistow von einen
möglichen Tornado angerichtet worden waren. Der Deutsche Wetterdienst
in Offenbach konnte bisher keine Anzeichen für eine solche Windhose
finden. „Nach jetzigem Stand und nach Augenzeugenberichten handelte
es sich um eine Gewitterfallböe“, sagte DWD-Tornado-Experte Andreas
Friedrich. 

Der Sturm riss Ziegel aus dem Dach eines Hauses in Klaistow. Einen Tornado konnte der Deutsche Wetterdienst nicht bestätigen.
Der Sturm riss Ziegel aus dem Dach eines Hauses in Klaistow. Einen Tornado konnte der Deutsche Wetterdienst nicht bestätigen.Foto: dpa

Diese treten viel häufiger in Deutschland auf als Tornados und reißen
kalte Winde und Hagel aus höheren Wolkenschichten nach unten, wie
Friedrich erklärte. Sie fegen demnach üblicherweise innerhalb weniger
Minuten in Zugrichtung des Gewitters über das Land. Anhand der
Schäden habe man sehen können, dass „sich nichts im Kreis gedreht
hat“. Die Böen hätten Schätzungen zufolge 120 bis 180 Stundenkilometer erreicht. (dpa)