• Übergriff in Neuruppin: Neonazis greifen die linke Szene an

Übergriff in Neuruppin : Neonazis greifen die linke Szene an

Neuruppin/ Berlin - Die Neonazi-Szene fällt nicht mehr nur mit Angriffen und Propaganda gegen Flüchtlinge auf – sondern attackiert nun auch den politischen Gegner. Am Samstagabend griffen fünf Neonazis das linksalternative Jugendwohnprojekt „Mittendrin“ in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) an. Gegen 21.40 Uhr warfen sie Fensterscheiben ein und bedrohten Bewohner. Kurz darauf griffen sie in der Stadt linke Jugendliche, zwei Mädchen und einen Jungen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren an. Eines der Opfer musste danach ambulant behandelt werden.

In Neuruppin wird vermutet, dass die Angreifer aus der rechten Szene in Wittstock stammen. Die Polizei nahm einen 34-jährigen Verdächtigen fest. Bei der Fahrzeugkontrolle war er rückwärts in einen Streifenwagen gefahren, Schaden: 2500 Euro. Er hatte mehr als zwei Promille Alkohol im Blut, keinen Führerschein. Nach der Personenbeschreibung war er an den Angriffen beteiligt – und ist mit derlei polizeibekannt. Drei weitere Männer, 34, 27 und 20 Jahre alt, die bei der Kontrolle geflohen waren, wurden in der Nähe festgenommen. Der Fahrer blieb auf Weisung der Staatsanwaltschaft in Gewahrsam – am heutigen Montag wird über einen Haftantrag entschieden.

In Berlin-Friedrichshain marschierten am Samstag um 7.30 Uhr mehr als 40 Neonazis durch die Rigaer Straße, für die linke Szene Rückzugsraum in Berlin. Die Polizei war überrascht, das hatten Neonazis sich in Berlin bisher nicht getraut. 20 Anwohner griffen die Rechten an. 44 Personen wurden festgenommen, darunter 41 überwiegend polizeilich bekannte Mitglieder der gewaltbereiten rechtsextremistischen Szene, darunter ein Organisator von Montagsdemos gegen Asylheime. Gemutmaßt wird, dass die Rechten ein Zeichen setzen wollten, ihr eigentliches Ziel die Neonazidemo „Tag der Patrioten“ in Hamburg war, die vom Bundesverfassungsgericht verboten wurde.axf, Ha

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