Trotz Corona : Kinder dürfen Zuckertütenfeste feiern

Für Tausende Kinder in Brandenburg steht der Abschied von der Kita an. Trotz der Pandemie dürfen Kinder, Erzieher und Eltern dieses Jahr die Feiern machen. Das freut auch den Handel.

Christian Bark
Für viele Kinder naht das Ende der Kita-Zeit - und die Einschulung.
Für viele Kinder naht das Ende der Kita-Zeit - und die Einschulung.Foto: dpa

Potsdam - Brandenburgs künftige Grundschüler müssen trotz der Corona-Pandemie auf ihre Kita-Abschieds- und Einschulungsfeiern nicht verzichten. Zwar gibt es pandemiebedingt vielerorts noch Beschränkungen für Zuckertütenfeste, dennoch werden kreative Lösungen erdacht, um den Kindern den Übergang von der Kita in die Schule zu versüßen. So können sich darauf etwa die 2157 künftigen Erstklässler in Potsdam freuen. „Nach aktuellem Stand müssen die Veranstaltungen nicht ausfallen“, sagt Stadtsprecher Markus Klier.

Denn laut Eindämmungsverordnung sind Kitaveranstaltungen nun wieder erlaubt, wenn die Kita als Veranstalter auf der Grundlage eines individuellen Hygienekonzepts durch geeignete organisatorische Maßnahmen die notwendigen Voraussetzungen schafft. Unter freiem Himmel seien bis zu 500, in geschlossenen Räumen bis zu 200 Besucher zulässig.

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Auch Kita-Fahrten mit Übernachtungen seien möglich. Über die Art der Veranstaltung entscheiden die Kitas selbst, wie Markus Klier erklärt. Möglich seien demnach auch innovative Hybrid-Veranstaltungen mit Onlinevideos oder Videokonferenzen.

Auch in Frankfurt (Oder) steht den Veranstaltungen nichts mehr im Wege. „Der genaue Ablauf und die Teilnehmerzahl hängt von der jeweiligen Sieben-Tage-Inzidenz sowie den Regelungen der aktuellen Covid-19 Eindämmungsverordnung ab“, sagt Stadtsprecherin Kora Kutschbach. Die Kita-Träger seien gemeinsam mit den Eltern bemüht, den Kindern einen angemessen Kita-Abschluss zu ermöglichen.

„Im vergangenen Jahr gab es teilweise nur kleinere Zusammenkünfte in den Gruppen selbst und ohne Eltern“, erzählt Eike-Kristin Fehlauer, Sprecherin der Stadt Oranienburg (Oberhavel), wo in diesem Jahr gut 470 Kinder eingeschult werden. Besonders beliebt sei das Zuckertütenfest, das für die Einschulungskinder im Schlosspark veranstaltet wird. 

„Letztes Jahr fiel es aus, auch in diesem Jahr wird es aufgrund der noch geltenden Einschränkungen hinsichtlich der Besucherzahlen leider nicht stattfinden können“, sagt die Sprecherin. Trotzdem werde der Schlosspark festlich geschmückt. Zur Einschulungsfeier am 7. August erhielten die Erstklässler und ihre Verwandten dann freien Eintritt für den Park.

Mit Abstand und unter einem Festzelt

In der Gemeinde Heiligengrabe (Ostprignitz-Ruppin) konnten und können sich die künftigen 45 Erstklässler über kleine Feiern und Abschlussveranstaltungen freuen, wie es aus der Gemeindeverwaltung heißt. „Unser verlängertes Wochenende in einem Schullandheim hatte leider ausfallen müssen“, berichtet Dietlinde Bolduan, Leiterin der Kita „Haus der kleinen Strolche“. Dafür hätten die Kinder in der Kita übernachtet und eine Nachtwanderung gemacht.

Das Zuckertütenfest dürfe aber gemeinsam mit Verwandten stattfinden und zwar mit Abstand unter einem Festzelt auf dem Kita-Gelände. Die Zuckertüten stellen die Erzieherinnen jedes Jahr selbst zusammen. „Wir füllen sie mit nützlichen Dingen, die wir meist von Sponsoren erhalten haben“, sagt Dietlinde Bolduan.

Handel auf gute Umsätze

Brandenburgs Handel hofft mit Blick auf das beginnende neue Schuljahr auf gute Umsätze. „Einschulungsfeste spielen eine immer größere Rolle, es wird mehr geschenkt, mehr gefeiert“, sagt der Sprecher des Handelsverbands Berlin-Brandenburg (HBB) Phillip Haverkamp. Wie grade letzteres in diesem Jahr möglich ist, bleibe allerdings abzuwarten. Größere Feierlichkeiten werde es seiner Vermutung nach nicht geben. Andererseits seien viele Großeltern auch bereits doppelt geimpft. „Geschenke wird es sicherlich auch in kleinerem Rahmen geben“, sagt der HBB-Sprecher.

Die Umsätze, die aus Süßigkeiten, Spielwaren und Ähnlichem für Schultüten resultieren, liegen laut Phillip Haverkamp in Brandenburg bei etwas über zehn Millionen Euro pro Jahr. „Für Schulranzen, Mäppchen, Turnbeutel und Co. geben die Verbraucher dabei im Schnitt 181 Euro aus“, sagt der Sprecher. Bei Büchern und Schreibwaren seien es durchschnittlich 47 Euro. Der Schulanfang sei insgesamt vor allem für den Schreibwarenhandel ein spürbarer Umsatzimpuls. Aber auch der Möbelhandel profitiere von dem einen oder anderen Schreibtischkauf. (dpa)

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