Telefonmitschnitt im Internet veröffentlicht : Fall Georgine: Polizei sucht Anrufer

„Haben Sie Stift und Papier?“, fragt der Anrufer aufgeregt. Er behauptet 2006 zu wissen, wo sich die vermisste Georgine Krüger aufhält. Nun veröffentlichte die Polizei einen Audiomitschnitt im Internet - und bittet um Hinweise. 

Foto: Polizei Berlin/dpa

Berlin/Brieselang - Seit dem 25. September 2006 fehlt von Georgine Krüger aus Moabit jede Spur. Die damals 14-Jährige war an jenem Tag gegen 13.50 Uhr zum letzten Mal gesehen worden, als sie aus einem Bus der Linie M 27 an der Stendaler Straße in Moabit gestiegen war – sie kam aus der Schule und war dort nur wenige Hundert Meter von ihrem Zuhause entfernt. Seither gibt es von dem Mädchen kein Lebenszeichen. Die Polizei geht davon aus, dass Georgine Krüger Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist.

Die Ermittler geben auch nach zwölf Jahren nicht die Hoffnung auf, den Fall klären zu können. Bisher gab es nach Angaben der Polizei 233 Hinweise in dem Fall, die allesamt ins Leere liefen.

„Haben Sie Stift und Papier?“

Nun sucht die Polizei mit einer ungewöhnlichen Methode weiter nach dem verschwundenen Mädchen: Im Internet veröffentlichte sie jetzt einen Audiomitschnitt, knapp eine Minute lang. Zu hören sind zwei Anrufe eines Mannes, der behauptet, Georgine befinde sich seit dem 25. September 2006 in Brieselang im Landkreis Havelland. Er wirkt aufgeregt: „Haben Sie Stift und Papier?“, vergewissert er sich. Die beiden Anrufe stammen vom 31. März 2018, das dortige Waldgebiet wurde bereits umfangreich durchsucht – mit Leichenspürhunden, Drohnen und 20 Polizisten. Ohne verwertbare Spuren. Die Polizei erhofft sich durch die Veröffentlichung der Audiodatei nun weitere Hinweise, vor allem auf die Identität des Anrufers. cna