• Technische Universität: Erste vegane Mensa in Berlin eröffnet

Technische Universität : Erste vegane Mensa in Berlin eröffnet

In der Technischen Universität in Berlin gibt’s jetzt eine Vegan-Mensa. Die Nachfrage ist groß. Ein Besuch.

Rio Wischke
Ganz ohne. Koch Niko Tortonitis serviert vegane Bratlinge.
Ganz ohne. Koch Niko Tortonitis serviert vegane Bratlinge.Foto: Monika Skolimowska/dpa

Berlin - Reger Andrang herrscht am ersten Tag in der neuen Mensa „Veggie 2.0“ der Technischen Universität (TU) Berlin. Es ist vor allem die Neugierde aufs neue Mittagsangebot, die Studenten in die Mensa an der Hardenbergstraße 34 in Charlottenburg lockt. Rückmeldung? Überwiegend positiv. Berlins erste vegane Mensa überzeugt offenbar mit einem breiten Angebot an veganen Gerichten – bei gleichen Preisen wie in der herkömmlichen Mensa der TU und der bisherigen ausschließlich vegetarischen Mensa „Veggie No. 1“.

Hier gibt es auch Schokopudding - aus Sojamilch

Zwar gab es dort auch schon vegane Gerichte, aber diese waren meist schon bald ausverkauft. Ein Pärchen an der Theke ist begeistert. „Wir leben schon seit Jahren überzeugt vegan, jetzt bekommen wir endlich problemlos Hauptgerichte, Beilagen, Nachtische und Salate nach unserem Geschmack.“ 

Studenten besuchen die vegane Mensa auf dem Campus der Technischen Universität. 
Studenten besuchen die vegane Mensa auf dem Campus der Technischen Universität. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Oft sehen die Speisen ja ganz ähnlich aus wie in der „normalen“ Mensa, zum Beispiel der Schokopudding. Aber in diesem hier gibt’s keine Kuhmilch: Der Pudding steht in veganer Form am Tresen – mit Mandel- oder Sojamilch.

Und die Nachfrage ist groß. Lange Schlangen bilden sich bereits kurz nach der Eröffnung vor den Selbstbedienungstheken, schon bald müssen die Essensbehälter wieder aufgefüllt werden. 

Die Selbstbedienungsbehälter müssen schnell nachgefüllt werden.
Die Selbstbedienungsbehälter müssen schnell nachgefüllt werden.Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Auch die Plätze in dem mit neuen Tischen und bequemen Stühlen und Bänken elegant eingerichteten Innenraum werden rasch knapp. Doch bei herrlichstem Frühlingswetter ist es für viele sowieso das Schönste, auf der durch Blumenkübel vom Straßenverkehr abgetrennten Sonnenterrasse das Mittagessen zu genießen.

Berlins Veggieszene checkt das Angebot

Aber nicht nur Studenten sind in Scharen gekommen, auch Berlins Veggieszene schaut gleich mal rein, um zu checken, ob alles rechtens läuft. Veganer und Veganerinnen freuen sich über das große Angebot und schieben den Wunsch nach, dass bald noch weitere vegane Gaststätten und Mensen in Berlin eröffnen sollten, damit sie nicht mehr so lange nach Gerichten ohne tierische Zutaten suchen müssen. 

Aber auch „Nichtveganer“ finden diesen Trend gut. Ein junger Mann sagt warum: „Hier hat die viele Fragerei nach Inhaltsstoffen, die einen skeptisch machen, endlich ein Ende.“ Doch auch schlicht geschmacklich besteht das vegane Essen in der neuen Kantine die kritischen Geschmäcker der Studentinnen und Studenten. Mit herkömmlichen Mensaessen könne die Veggie-Mensa auf jeden Fall mithalten, heißt es.

Alternativen zum klassischen Mensa-Essen

Der neue vegane Treff setzt aber nicht nur auf den Ersatz tierischer Gerichte wie Schnitzel durch Soja oder Seitan, sondern will auch Alternativen zu den klassischen Mensagerichten bieten. Zum Beispiel? Auf der Karte stehen Bratkartoffeln mit Bratlingen und Soße oder Gemüsecurry aus dem Wok.

Nichts für eingefleischte Veggiemuffel – aber für die gibt es ja weiterhin die große, „normale“ Mensa der TU mit Fisch und Fleisch auf dem Speiseplan. Und das nicht nur für Studenten: Alle TU-Mensen, auch die neu eröffnete vegane Mensa, stehen allen Berlinern und Gästen offen. Man muss sich am Eingang nur eine Mensa-Card besorgen und als Externer ein wenig mehr zahlen.

Lesen Sie weiter auf pnn.de:

Auch in Potsdam kann man vegan essen: Auf tierische Produkte ganz verzichten – das ist offenbar auch hier ein Trend. Ein Überblick über das vegane Angebot in Potsdam >>

„Ist es eine gute Idee, täglich 16 Stunden zu fasten?“ PNN-Redakteur Jan Kixmüller hat den Selbstversuch gemacht und mit der Potsdamer Diabetologin Annette Schürmann über seine Erfahrungen gesprochen >>