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Tarifstreit im öffentlichen Dienst : Warnstreik bei Kitas und der Potsdamer Stadtentsorgung

Die Gewerkschaft Verdi hat Mitarbeiter von Verwaltungen, Kitas und Entsorgungsbetrieben zum Streik aufgerufen. Der Müll wurde in Potsdam aber größtenteils abgeholt.

Sophia Förtsch
Rund 150 Streikende versammelten sich auf dem Potsdamer Luisenplatz.
Rund 150 Streikende versammelten sich auf dem Potsdamer Luisenplatz.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - In Brandenburg sind am Mittwochmorgen Mitarbeiter von Verwaltungen, Kitas und Entsorgungsbetrieben in den Ausstand getreten. Bestreikt wurden wie geplant seit Beginn der Frühschicht die Stadtentsorgung Potsdam (STEP), die Kreisverwaltungen Teltow-Fläming und Havelland sowie Verwaltungen und Kindertagesstätten in Hennigsdorf, Falkensee, Rathenow, Nauen und weiteren Gemeinden.

Die Gewerkschaft Verdi, die zu dem eintägigen Warnstreik aufgerufen hatte, rechnete allein bei der Stadtreinigung und den Verwaltungen mit rund 250 Streikenden. Das sagte Verdi-Bezirksgeschäftsführer Potsdam-Nordwestbrandenburg Mike Döding. In den genannten Bereichen müssen Bürger sich den ganzen Tag auf Einschränkungen einstellen, hieß es weiter. Zu der zentralen Kundgebung auf dem Potsdamer Luisenplatz kamen am Mittwochmittag rund 150 Streikende.

STEP hofft auf Kompromiss

In Potsdam waren nach Angaben der STEP Bewohner in Golm und Bornim durch den Ausfall der Bioabfall-Touren vom Streik der Stadtentsorgung betroffen. In Eiche wurden die Papiertonnen nicht geleert.

"Im Sinne aller Potsdamerinnen und Potsdamer setzen wir zugleich darauf, dass die Tarif-Auseinandersetzung bald mit einem guten Kompromiss endet – der die Leistung in Corona-Zeiten ebenso berücksichtigt wie den finanziellen Spielraum der Arbeitgeber. Selbstverständlich gilt das Recht von Beschäftigten zu streiken als auch das Recht der Mitarbeitenden zur Arbeit zu erscheinen", teilte die STEP-Geschäftsführung mit.

In den vergangenen Wochen hatte es wegen des Tarifkonflikts immer wieder Warnstreiks gegeben – unter anderem beim Potsdamer Verkehrsbetrieb und der Stadtentsorgung. Damals war es sogar zu einer Auseinandersetzung gekommen.

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Verdi fordert in der laufenden Tarifrunde Gehaltserhöhungen von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro monatlich. Außerdem soll es eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro geben. Die Arbeitgeber haben für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten insgesamt 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in drei Jahresstufen angeboten. Die dritte Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst ist für Donnerstag und Freitag angesetzt. (dpa/mit cmü)


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