• Sensible Daten waren einsehbar: Sicherheitsleck beim Roten Kreuz in Brandenburg

Sensible Daten waren einsehbar : Sicherheitsleck beim Roten Kreuz in Brandenburg

Das Deutsche Rote Kreuz in Brandenburg hat nach Bekanntwerden einer Sicherheitslücke beim Datenschutz Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet.

Foto: epd

Potsdam - Mehr als 100 000 Einsatzdaten von Krankentransporten und Angaben zu Teilnehmern von Erste-Hilfe-Kursen gelangten womöglich in die falschen Hände: Durch eine Sicherheitslücke waren sensible Daten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Brandenburg zeitweise einsehbar. Der DRK-Landesverband mit Sitz in Potsdam hat nun weitere Konsequenzen aus der Datenschutzpanne gezogen und beim Landeskriminalamt Brandenburg Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet, wie Sprecherin Marie-Christin Lux am Mittwoch mitteilte. Durch einen Hinweis war das DRK auf die Sicherheitslücke aufmerksam geworden.

Von dieser betroffen waren nach Verbandsangaben die Webseiten des DRK-Kreisverbands Märkisch-Oder-Havel-Spree, des Kreisverbands Niederbarnim und des Kreisverbands Uckermark-West/Oberbarnim sowie ein vom DRK-Landesverband Brandenburg betriebenes Erste-Hilfe-Portal. „Nach unserer derzeitigen Kenntnis war es Angreifern potenziell möglich, über die Webseite des Kreisverbands Märkisch-Oder-Havel-Spree 111 262 Einsatzdaten von Krankentransporten einzusehen“, so Lux. Über das Erste-Hilfe-Portal des Landesverbands seien zudem personenbezogene Daten von Kursteilnehmern einsehbar gewesen, heißt es in der Mitteilung. 

Landesdatenschutzbeauftragte informiert 

Entgegen vorheriger Annahmen sei es zudem unter Umständen möglich gewesen, weiterführende Daten aus der Datenbank des DRK-Kreisverbands Märkisch-Oder-Havel-Spree einzusehen, die auch Informationen zu Zielorten des Krankentransports sowie mittelbar zu eventuellen Infektionen und Behandlungen (etwa Dialyse oder Chemotherapie) der Beförderten enthielten. Der Vorfall sei an die Landesdatenschutzbeauftragte gemeldet worden. Der Landesverband und die betroffenen Kreisverbände haben alle entsprechenden Webseiten gesperrt, eine Firma wurde mit einer externen Sicherheitsprüfung beauftragt.

Hotline für Betroffene 

Das DRK hat eine Hotline eingerichtet. Betroffene können sich unter Tel.: (0331) 2864 113 oder auch per E-Mai an [email protected] melden. mak

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.