Schulen in Brandenburg : Inklusion macht Fortschritte

Das gemeinsame Lernen von Schülern mit und ohne Behinderung hat sich in den letzten zehn Jahren im Land verbessert. Das geht aus einer aktuelle Studie hervor. 

Jörg Ratzsch
Eine behinderte Schülerin sitzt in ihrem Rollstuhl im Klassenraum einer Integrierten Gesamtschule (Symbolbild). 
Eine behinderte Schülerin sitzt in ihrem Rollstuhl im Klassenraum einer Integrierten Gesamtschule (Symbolbild). Foto: Holger Hollemann/dpa

Potsdam  - Beim gemeinsamen Lernen von Schülern mit und ohne Behinderung hat Brandenburg laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung binnen zehn Jahren Fortschritte gemacht. Nach den Berechnungen auf Grundlage von Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) wurde im Schuljahr 2018/2019 mit einem Anteil von 49,5 Prozent fast jedes zweite Kind oder Jugendlicher mit Förderbedarf in den Jahrgangsstufen 1 bis 10 an allgemeinen Schulen unterrichtet - gemeinsam mit Gleichaltrigen ohne solche Handicaps. Zehn Jahre zuvor hatten 36,4 Prozent der Betroffenen in allgemeinen Schulen gelernt.

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Zahlen in Brandenburg als im Bundesdurchschnitt

In Brandenburg sind damit die Inklusionszahlen höher als im Bundesdurchschnitt: Dort liegt der Anteil von Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf in den Jahrgangsstufen 1 bis 10 an allgemeinen Schulen im Schuljahr 2018/2019 bei 43,1 Prozent. Die Bertelsmann Stiftung sieht „nach wie vor eine starke Tendenz, Schülerinnen und Schüler aus Grund- und weiterführenden Schulen auf eine Förderschule zu überweisen“, wie es in einer Mitteilung heißt. Deutschland hinke insgesamt bei der Annäherung an die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention hinterher.

In einer für die Studie gemachten Infratest-dimap-Befragung von Eltern schulpflichtiger Kinder bis 16 Jahre plädierten nahezu alle (94 Prozent) für gemeinsames Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne körperliche Beeinträchtigung. Hohe Zustimmungswerte gab es auch für die Inklusion von Schülern mit Sprach- oder Lernschwierigkeiten. Lediglich die Inklusion von Kindern mit geistiger Behinderung oder mit Verhaltensauffälligkeiten im emotional-sozialen Bereich fand den Angaben zufolge in der Elternmeinung keine Mehrheit. (dpa)


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