• Satire-Video: Land prüft Konsequenzen Tierschützer bekennen sich zu kritischer Aktion

Brandenburg : Satire-Video: Land prüft Konsequenzen Tierschützer bekennen sich zu kritischer Aktion

Klaus Peters (dpa)

Potsdam - Hinter einem gefälschten Video zur Imagekampagne des Landes Brandenburg steckt das Bündnis „Aufstand gegen Massentierhaltung“. „Wir sind ein Bündnis von Initiativen aus ganz Brandenburg, das sich gegen riesige Tiermastanlagen wehrt“, sagte Sprecherin Carola Freitag am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Die Tierhaltung in riesigen Ställen ist für die Anwohner, die Natur und die Tiere unhaltbar.“ Unterdessen prüft die Staatskanzlei rechtliche Schritte gegen das Bündnis.

Die Aktivisten werfen der Landesregierung vor, seit Jahren den Ausbau der industriellen Tierhaltung voranzutreiben. „Eine Mega-Tierfabrik nach der anderen wird hier hochgezogen“, hieß es in einer Mittelung des Bündnisses. Dieses hatte am Mittwoch ein Satire-Video veröffentlicht, das angeblich von der Landesregierung veröffentlicht worden sein soll. Unter Bezug auf das neue Landesmotto „Es kann so einfach sein“ wird in dem Video unterstellt, die Landesregierung missachte Tier- und Umweltschutz, um Groß-Investoren anzulocken.

„Eines ist tatsächlich einfach in Brandenburg: Tierfabriken bauen“, meinte die Sprecherin. „Wir fordern, dass die weitere Genehmigung von Tierfabriken ausgesetzt wird.“ Außerdem müssten alle Bürger die Möglichkeit bekommen, bei Verstößen gegen Tierschutzgesetze die Betreiber verklagen zu können.

Regierungssprecher Florian Engels erklärte am Donnerstag, die Staatskanzlei prüfe rechtliche Schritte gegen die Urheber des Videos. „Dabei geht es weniger um das Video selbst, sondern um die Verwendung des Hoheitszeichen des Landes und die Darstellung, dass der Clip eine Veröffentlichung der Landesregierung sei.“

Die Landesregierung drohe mit rechtlichen Schritten und vermeide damit eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Bündnis, kritisierte die Sprecherin. „Wir stehen jedenfalls für eine Diskussion gern bereit.“ Klaus Peters (dpa)