• Sachsenhausen: KZ-Gedenkstätte will Wachdienste vom Verfassungsschutz prüfen lassen

Sachsenhausen : KZ-Gedenkstätte will Wachdienste vom Verfassungsschutz prüfen lassen

In der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen wurden Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma eingesetzt, die einem Rechtsextremisten gehört. Jetzt soll der Verfassungsschutz aktiv werden, fordert die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.

Christina Spitzmüller
Die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen bei Oranienburg.
Die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen bei Oranienburg.Foto: Kitty Kleist-Heinrich/Tagesspiegel

Oranienburg/Potsdam - Nach dem Einsatz des Sicherheitsdienstes eines mutmaßlichen Rechtsextremen in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen will die Gedenkstättenstiftung Wachfirmen vom Verfassungsschutz prüfen lassen. Dazu gebe es bereits Kontakt mit dem Innenministerium, sagte ein Sprecher der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Montag in Oranienburg. Die Gedenkstätten hatten am Samstag einen Bericht der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" bestätigt, wonach Mitarbeiter eines als mutmaßlich rechtsextrem eingeschätzten Wachunternehmers aus Cottbus eingesetzt worden seien.

Ist auch die Gedenkstätte Ravensbrück betroffen?

Die Wachfirma war demnach von der beauftragten Firma als Subunternehmen beschäftigt worden. Die Gedenkstättenstiftung verlange nun weitere Details, wann und wo das Subunternehmen eingesetzt worden sei, sagte der Sprecher. Derzeit sei noch unklar, ob auch die Gedenkstätte des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück (Oberhavel) betroffen sei. Außerdem habe die Stiftung die zuständige Wachfirma aufgefordert, die Geschäftsbeziehungen zu dem Subunternehmen einzustellen.

Der Vertrag mit der beauftragten Firma enthält nach Angaben des Sprechers eine Extremismusklausel. Die Klausel untersage Kontakte zu Personen und Organisationen, die der besonderen Sensibilität und dem Charakter der Gedenkstätten entgegenstehen. Bei Vertragsabschluss sei das Unternehmen auch mündlich auf diesen Umstand hingewiesen worden. Die Firma wollte sich auf Anfrage nicht zu den Vorfällen äußern. (dpa)