Brandenburg : S-Bahn-Linie 1 seit Sonntag unterbrochen

Fahrgäste zwischen Berlin und Potsdam müssen auf die S7 ausweichen.

Klaus Kurpjuweit
Berlin drängt in die S-Bahn - unfreiwillig.
Berlin drängt in die S-Bahn - unfreiwillig.Foto: dpa

Berlin - Zu den bereits vorhandenen Streckenunterbrechungen im Nahverkehr kommt jetzt eine weitere: Von Sonntag an fahren bis zum 4. November auch keine S-Bahnen auf der S 1 zwischen Nikolassee und Wannsee. Fahrgäste müssen in Nikolassee in die Züge der S 7 umsteigen, die bereits die Fahrgäste des Regionalverkehrs aufnehmen müssen, weil dessen Strecke bis Dezember zwischen Charlottenburg und Wannsee unterbrochen ist.

Die Bahn sei überzeugt, dass trotzdem kein Fahrgast auf dem Bahnsteig zurückbleiben müsse, weil ein Zug zu voll sein könnte, sagte ein Sprecher. Probleme kann es geben, wenn bei schönem Wetter viele Fahrräder in den Zügen mitgenommen werden. Durch das Umsteigen in Nikolassee verlängert sich die Fahrzeit auf der S 1 um mindestens zehn Minuten, da die Bahnsteige gewechselt werden müssen. Dies ist auch per Aufzug möglich. Unbequemer wird es auch für Fahrgäste, die von und nach Potsdam die S 1 nutzen. Auch sie müssen jetzt beim Umsteigen in Nikolassee die langen Wege zurücklegen, während sie bisher in Wannsee nur zur anderen Bahnsteigseite wechseln mussten.

Die Sperrung der S 1 ist laut Bahn erforderlich, um in Nikolassee Brücken über der Parallelstraße auswechseln zu können. Einsprüche wegen des Baulärms hätten dazu geführt, dass die Brücken der S- und der Fernbahn in einer Bauphase erneuert werden müssten, sagte ein Sprecher. So werde die lärmintensive Zeit verkürzt. Auf den Betrieb der Ferngleise wirken sich die Bauarbeiten nicht aus, da dieser wegen Streckenerneuerung im Grunewalder Bereich ohnehin unterbrochen ist.

Auch in Berlins Zentrum gibt es weiter Probleme. Die U-Bahn-Linie U 2 bleibt zwischen Mohrenstraße und Potsdamer Platz unterbrochen. In der Baugrube für ein Einkaufszentrum am Leipziger Platz, wo auch der Tunnel der U-Bahn liegt, war am 30. März Wasser eingedrungen. Weil unklar ist, ob dabei unter der Röhre Hohlräume entstanden sind, ist der Verkehr unterbrochen. Unterlagen des Bauherrn waren laut BVG unzureichend, sodass auch nach einem Gespräch aller Beteiligten am Freitag keine Entscheidung zur Wiederaufnahme des Betriebs möglich war. Vorher will die BVG garantiert haben, dass sich eine solche Havarie nicht wiederholt. Auch auf der U 6 (Alt-Tegel–Alt-Mariendorf) fahren bis zum 30. April keine Züge zwischen Wedding und Kurt-Schumacher-Platz. Keine Züge fahren derzeit zudem auf der U 1 (Warschauer Straße–Uhlandstraße) zwischen Möckernbrücke und Gleisdreieck. Klaus Kurpjuweit