Brandenburg : Raupengift traf Kinder einer Kita

Brandenburg - Auf einem Kita-Spielplatz in Brandenburg an der Havel sind etwa 50 Kinder bei einem Hubschraubereinsatz gegen den Eichenprozessionsspinner mit dem Insektengift Dipel ES eingenebelt worden. Die für den Einsatz zuständige Oberförsterei Lehnin sagte, dass „Reste vom Abtrift“ des Giftes die Kita getroffen haben könnten. Der Vorfall ereignete sich bereits am Donnerstag. Eltern betroffener Kinder hatten sich anschließend beschwert.

Gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners, dessen Gift starke Hautreizungen auslösen kann, wird derzeit in mehreren Bundesländern von Hubschraubern aus mit dem Gift Dipel ES vorgegangen. Dabei hat es wiederholt Zwischenfälle gegeben. Dipel ES gilt verglichen mit anderen Insektenvernichtungsmitteln als relativ gesundheits- und naturschonend. Umweltschützer warnen gleichwohl vor den großflächigen Sprüheinsätzen, weil dies auch andere Tierarten wie Schmetterlingslarven oder brütende Vögel schädigen könne. So lehnten in Brandenburg beispielsweise die Umweltverbände BUND und Nabu die Hubschraubereinsätze ab. Als Alternative können Nester des Eichenprozessionsspinners abgesaugt werden, was aber aufwendiger ist.

Der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Michael Jungclaus, forderte Aufklärung: „ Bei dem Brandenburger Einsatz ist offensichtlich etwas gründlich schiefgelaufen. Die zuständigen Behörden müssen das eiligst auswerten und dafür sorgen, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt.“ Er warnte davor, den Vorfall zu bagatellisieren. Zwar betonten Fachleute, Dipel ES sei für den Menschen toxikologisch unbedenklich, sie stuften es jedoch als reizend ein. So habe eine Amtsärztin aus dem Landkreis Prignitz darauf verwiesen, dass besondere Vorsicht in sensiblen Bereichen wie Kindergärten oder Schulen geboten sei. Während der Zeit des Besprühens und bis zu drei Stunden danach dürften sich Kinder nicht auf behandelten Flächen aufhalten, so Jungclaus. AFP

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