• Prüfungen in Brandenburg: Mathe-Abi deutlich einfacher

Prüfungen in Brandenburg : Mathe-Abi deutlich einfacher

Potsdam  - Tausende Schüler haben am Montag in Brandenburg die Mathematikprüfungen für ihr Abitur wiederholt. Die schriftlichen Prüfungen begannen um 9 Uhr und sollten rund 4,5 Stunden dauern, wie das Bildungsministerium mitteilte. Hintergrund ist eine Panne: Im ersten Anlauf waren am 3. Mai Logarithmus-Themen abgefragt worden, die von vielen Lehrern gar nicht unterrichtet wurden.

Nach massiven Beschwerden hatte das Ministerium rund 6000 Schülern angeboten, die Prüfung wiederholen zu dürfen. Rund 2600 wollten davon Gebrauch machen. Bei der Wiederholung zeichneten sich bis zum frühen Nachmittag keine Probleme ab. Das Ministerium hatte eigens geprüft, ob die ohnehin regulär vorbereiteten Wiederholungsaufgaben nicht auch wieder nicht unterrichtete Logarithmus-Aufgaben umfassten. Mehrere Schüler berichteten den PNN, dass die Wiederholungsklausur deutlich einfacher gewesen sei.

Ursache der Panne ist vor allem ein Missverständnis der Lehrer, was sie genau zu unterrichten haben. Bei einer Untersuchung durch Wissenschaftler der Uni Potsdam im Auftrag des Ministeriums fiel auch auf, dass rund 30 Prozent der Schulen nicht wie vorgesehen jeweils einen Mathematiklehrer zu einer Fortbildung über den geänderten Rahmenlehrplan geschickt hatten.

Das Bildungsministerium will nun sicherstellen, dass sich solch eine Panne nicht wiederholt. So soll künftig kontrolliert werden, ob die Schulen an Fortbildungen teilnehmen. Zudem sollen Schulleiter disziplinarische Möglichkeiten in die Hand bekommen, wenn Lehrer eine vorgeschriebene Fortbildung nicht besuchen. Die Wiederholung der Mathe-Prüfungen soll für die Schüler keine zeitlichen Verzögerungen bei der Zeugnisausgabe bedeuten. Den Schulen war zudem Unterstützung angeboten worden, damit die Prüfungsantworten der Schüler noch rechtzeitig bewertet werden können.

Lehrerverbände hatten die Kritik zurückgewiesen und Bildungsminister Günter Baaske (SPD) vorgeworfen, er wolle die Verantwortung für das Desaster auf die Lehrer abschieben. Sie widersprachen auch der Darstellung der Wissenschaftler. dpa/axf

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