• Preise steigen um 23 Prozent: Häuser in Brandenburg werden immer teurer

Preise steigen um 23 Prozent : Häuser in Brandenburg werden immer teurer

Rekord: Noch nie wurden soviel Umsatzerlöse aus Grundstücksverkäufen in Brandenburg erreicht. Die Gemeinde, in der es den höchsten Durchschnittspreis gab, ist dagegen gleichgeblieben.

Benjamin Lassiwe
Hauspreise steigen seit Jahren. 2019 wurde ein neuer Rekord beim Umsatz erstellt.
Hauspreise steigen seit Jahren. 2019 wurde ein neuer Rekord beim Umsatz erstellt.Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Potsdam - Brandenburgs Immobilienmarkt hat 2019 neue Rekordwerte erreicht: Der Geldumsatz bei Immobilienverkäufen erreichte die Gesamtsumme von 7,05 Milliarden Euro. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 1996 eingestellt. Das sagte Innenstaatssekretär Klaus Kandt am Dienstag bei der Vorstellung des Grundstücksmarktberichts 2019 in der Potsdamer Staatskanzlei. Allerdings sei die Zahl der Kaufverträge und der Flächenumsatz geringer gewesen als in den Jahren zuvor. „Das sind deutliche Hinweise auf steigende Preise.“

Ein Einfamilienhaus kostet im Mittel 245.000 Euro

So seien die Preise für Eigenheime im Jahr 2019 um 23 Prozent gestiegen. Ein freistehendes Einfamilienhaus kostet im Mittel 245.000 Euro. „Die Steigerungen haben erstmals die Maßstäbe erreicht, die wir in den vergangenen Jahren beim Bauland hatten“, sagte der Vorsitzende des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte, Jürgen Kuse. Auch im weiteren Metropolenraum seien die Preise deutlich gestiegen. „Das ist ein Zeichen dafür, dass die selbstgenutzte Immobilie gerade für junge Familien attraktiv ist.“ Insbesondere die Nachfrage entlang der Regionalbahnlinien sei gestiegen, sagte Kandt. Die Anbindung an den Nahverkehr sei entscheidend, um schnell zum Arbeitsplatz zu kommen. „Ich denke aber, hier in Brandenburg wohnt es sich einfach schön.“

Kleinmachnow bleibt die teuerste Kommune

Dabei gibt es bei den Durchschnittspreisen nach wie vor große Unterschiede im Land: In Kleinmachnow betrug der Medianwert für ein durchschnittliches Ein- oder Zweifamilienhaus 835.000 Euro. Im Jahr zuvor waren es noch 766.000 Euro. In Potsdam waren es 579.000 Euro, 2018 kostete das durchschnittliche Einfamilienhaus dort nur 427.000 Euro. 
Für den Landkreis Potsdam-Mittelmark gibt es keinen einheitlichen Wert: Im Metropolenraum wurde ein freistehendes Einfamilienhaus für durchschnittlich 479.000 Euro verkauft, am Rand des Kreises betrug der Durchschnittswert dagegen nur 149.000 Euro. Und die Gemeinde Niemegk verzeichnet mit 43.000 Euro sogar einen der niedrigsten Durchschnittspreise für Einfamilienhäuser in der Mark. Wer preiswert kaufen will, muss ansonsten aber eher in die Uckermark, die Prignitz oder den Elbe-Elster-Kreis gucken: In Angermünde kostete das durchschnittliche Ein- oder Zweifamilienhaus nur 160.000 Euro, in Mühlberg an der Elbe im südwestlichsten Zipfel des Landes sind es gerade einmal 28.000 Euro.

Potsdamer Verhältnisse prägen den Markt

Eine durchschnittliche Eigentumswohnung kostet in Brandenburg rund 306.000 Euro. „Der Eigentumswohnungsmarkt ist mittlerweile deutlich geprägt von den Potsdamer Verhältnissen“, sagt Kuse. Hier kostet der Quadratmeter Eigentumswohnung im Erstbezug im Durchschnitt mittlerweile mehr als 5.000 Euro, 2018 waren es noch 4.873 Euro. Als Höchstpreis wurden 2019 Werte von mehr als 8.000 Euro aufgerufen.

Auch Preise für Ackerland steigen weiter

In der Uckermark sind es dagegen die Landwirtschaftsflächen, die für Rekorde sorgen: Hier führen gute Bodenwerte dazu, dass Flächen etwa in der Prenzlauer Region mit zwei Euro pro Quadratmeter das Doppelte des Landesdurchschnitts erlösen. Insgesamt seien die Preise für Ackerland um fünf Prozent gestiegen, so Kuse. Der durchschnittliche Preis für Ackerland betrug demnach 1,08 Euro pro Quadratmeter. Der Durchschnittspreis für einen Quadratmeter Forst beträgt in Brandenburg noch 62 Cent. Wenn eine Eigenjagd vorhanden ist, lässt sich Kuse zufolge allerdings leicht der doppelte Preis erlösen. 
Wie sich der Immobilienmarkt in Corona-Zeiten entwickelt, konnte Kuse am Dienstag noch nicht verlässlich sagen. Bis Ende Mai habe man noch keinen Rückgang bei den Transaktionszahlen für Immobilienverkäufe erkennen können. „Aber das sind nur Momentaufnahmen“, sagte Kuse. „Spannend wird sein, wie es im Rest des Jahres weitergeht.“ 

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