• Polizei prüft Kontakte ins Drogenmilieu: Brandenburger Spuren im Fall „Madeleine“

Polizei prüft Kontakte ins Drogenmilieu : Brandenburger Spuren im Fall „Madeleine“

Brandenburger Polizei prüft Spuren des deutschen Tatverdächtigen Christian B. im Fall "Madeleine McCann" in Oranienburger Drogenszene 

Kate und Gerry McCann, Eltern der vor 13 Jahren verschwundenen Britin Madeleine "Maddie" McCann.
Kate und Gerry McCann, Eltern der vor 13 Jahren verschwundenen Britin Madeleine "Maddie" McCann.Foto: John Stillwell/PA Wire/dpa

Oranienburg - Bei den Ermittlungen gegen Christian B. im Fall des 2007 in Portugal verschwundenen britischen Mädchens Madeleine „Maddie“ McCann prüft die Polizei nun auch Spuren in Brandenburg. Die Polizei sucht nach einer Drogendealerin namens „Julia“ aus Oranienburg (Oberhavel). Das berichtet die „Märkische Oderzeitung“ (MOZ).

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Der Tatverdächtige Christian B. soll nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler mehrere Monate mit der Drogendealerin Kontakt gehabt haben, nachdem das damals dreijährige Mädchen verschwunden war. Dem Bericht zufolge hatte Christian B. vor, Drogen nach Sylt zu schmuggeln. Bei der besagten „Julia“ in Oranienburg soll er von Sommer 2007 bis Frühjahr 2008 mehrfach Marihuana gekauft haben. Im Sommer 2007 etwa zwei Kilogramm Marihuana für 8000 Euro, bis zum Frühjahr 2008 soll er acht weitere Mal jeweils mindestens ein Kilogramm Marihuana für je 4000 Euro gekauft haben. Im Oktober 2011 wurde er wegen Drogenhandels zu einer Bewährungsstrafe verurteilt – wegen einer günstigen Sozialprognose. Laut Staatsanwaltschaft konnte „Julia“ bislang jedoch nicht identifiziert und gefunden werden.  Als B. für den Drogenhandel verurteilt wurde, sagte er im Prozess nichts Näheres zu „Julia“. 

Polizei hofft auch auf anonyme Hinweise

Der Name, so vermuten die Ermittler, könnte auch ein Pseudonym gewesen sein. Die Brandenburger Polizei hofft nun, besagte „Julia“ doch noch zu finden. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass sich B. gegenüber der Drogenverkäuferin auch zu Madeleine geäußert haben könnte. Sollte die Dealerin Angst haben, selbst wegen des Drogenhandels verfolgt zu werden, hofft die Polizei zumindest auf anonyme Hinweise. Der Appell der Polizei: Jeder Hinweis könnte helfen, das Verbrechen an Madeleine McCann aufzuklären. Auch andere Personen aus der Oranienburger Drogenszene aus den Jahren 2007 und 2008 könnten Details kennen, die die Ermittlungen gegen B. voranbringen könnten.

Das Haus im portugiesischen Lagos, aus dem das damals dreijährige Mädchen Madeleine McCann 2007 verschwunden ist.
Das Haus im portugiesischen Lagos, aus dem das damals dreijährige Mädchen Madeleine McCann 2007 verschwunden ist.Foto: Carlos Costa / AFP


Das Mädchen war aus einer Apartmentanlage im portugiesischen Praia da Luz am 3. Mai 2007 verschwunden. Die Eltern waren in einem nahe gelegenen Restaurant. Christian B. hielt sich zwischen 1995 und 2007 regelmäßig in der Algarve auf. Sowohl in Deutschland als auch Portugal wurde er mehrmals straffällig.

Ermittlungserfolg 13 Jahre nach der Tat 

Mehr als 13 Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens teilten das Bundeskriminalamt (BKA) und die Staatsanwaltschaft Braunschweig Anfang Juni mit, dass B. unter Mordverdacht steht. Die Staatsanwaltschaft fand anhand von Handydaten heraus, dass B. damals in der Nähe des Tatorts war. Er ist mehrfach wegen Sexualstraftaten auch an Kindern vorbestraft und sitzt bis Frühjahr 2021 in Kiel eine Strafe wegen Drogenhandels ab. 

Parallel ist gegen ihn eine Untersuchungshaft angeordnet. Das Landgericht Braunschweig hatte ihn im Dezember wegen schwerer Vergewaltigung unter Einbeziehung früherer Strafen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Er hatte 2005, rund eineinhalb Jahre vor dem Verschwinden Madeleines, in Praia da Luz eine 72-jährige Amerikanerin vergewaltigt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Revision liegt beim Bundesgerichtshof. 

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